Coronavirus: Forscher entwickeln System zur Bewältigung von Pandemien

29.April 2020

AIT-Forscher sind teil des Netzwerks europäischer Experten für das Coronavirus-Krisenmanagement: Das EU-Projekt STAMINA soll eine bessere Reaktion auf zukünftige Pandemien ermöglichen und Ersthelfer, Praktiker, Krankenhäuser sowie Pandemie-Krisenmanager unterstützen.

Das AIT Austrian Institute of Technology ist federführend an einem neuen EU-Projekt namens STAMINA beteiligt, in dem ein neues System zur Bewältigung künftiger Pandemien entwickelt wird. 38 Partner aus mehr als einem Dutzend Ländern erarbeiten in den nächsten zwei Jahren gemeinsam ein intelligentes System zur Unterstützung von Entscheidungen bei der Vorhersage und beim Management von Pandemien wie die aktuelle mit dem Coronavirus.

Die Anwendung des Systems wird anschließend auf nationaler und regionaler Ebene in der EU und darüber hinaus demonstriert. Das System soll Ersthelfer*innen, Praktiker*innen, Krankenhäuser sowie Pandemie-Krisenmanager*innen in ihrer täglichen Arbeit unterstützen.

Zum Einsatz kommen dabei modernste Verfahren und Technologien wie zum Beispiel Modellierungen, Frühwarnsysteme (zum Beispiel durch Analyse von Sozialen Medien), Vor-Ort-Screening-Methoden oder Management-Tools (etwa zur Verteilung von Zuständigkeiten), erarbeitet werden überdies gemeinsame Lagebilder und Trainingsszenarien. In dem EU-Projekt werden darüber hinaus ein Leitfaden für die Risikokommunikation sowie optimale Abläufe für die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Organisationen erarbeitet. Getestet werden alle neuen Instrumente in zwölf regionalen Probeläufen und einer großen Simulationsübung.

Gemeinsam gegen das Coronavirus: Bewährte Systeme aus dem AIT

Das AIT Center for Digital Safety & Security verfügt über langjährige Erfahrung im Bereich des Krisen- und Katastrophenmanagements und bringt eine Reihe von bewährten Systemen aus diesem Forschungsschwerpunkt in das STAMINA-Projekt ein, die nun für den Einsatz im Pandemie-Management angepasst und weiterentwickelt werden. Dazu zählen etwa das „Emergency Maps Tool“ (EMT), das die Zusammenführung von räumlichen Informationen in ein gemeinsames Informationssystem ermöglicht, oder der „Public Safety Hub“ (PSH), der Daten aus unterschiedlichen Bereichen syntaktisch und semantisch miteinander abgleicht und dadurch einen gemeinsamen Informationsraum schafft. Besonders bedeutsam ist der Einsatz des „Portfolio of Solutions“ (PoS) und des „Trial Guidance Tools“ (TGT), die in allen Probeläufen und der grenzüberschreitenden Großübung eingesetzt werden, um die Planung, Abwicklung und Auswertung zu unterstützen. Das AIT koordiniert all diese Tests.

Das STAMINA-Projekt startet im September 2020 und hat ein Volumen von elf Millionen Euro; davon kommen 9,5 Millionen Euro aus dem EU-Forschungsprogramm „Horizon 2020“. Das griechische Unternehmen EXUS koordiniert das Vorhaben. An österreichischen Projektpartnern sind neben dem AIT auch die Johanniter Österreich beteiligt.

Die wichtigsten Links von Behörden und Institutionen für Unternehmen rund um das Coronavirus finden sich hier.