Nachwehen des Coronavirus: Wirtschaft bricht ein, Wachstum verlangsamt sich

24.April 2020

Das Wifo prognostiziert heuer ein Staatshaushaltsminus von 7,5 bis 10 Prozent. Gleichzeitig soll die Arbeitslosenquote auf 8,75 bis 9,1 Prozent steigen. Auch die Wachstumsprognosen sind düster. Im kommenden Jahr wird zwar noch mit einem realen Plus von 3,5 Prozent gerechnet. Dann flacht die Wachstumskurve jedoch wieder spürbar ab.

Die Coronavirus-Pandemie bringt Österreich einen historischen Einbruch der Wirtschaft, ein ebenso historisch hohes Budgetdefizit und auch historisch hohe Arbeitslosenzahlen. Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) prognostiziert für heuer einen Einbruch der Wirtschaft von 5,25 Prozent bis 7,5 Prozent. Das Budgetdefizit wird sich demnach auf 7,5 bis 10 Prozent belaufen.

Die Arbeitslosenquote soll auf 8,75 bis 9,1 Prozent steigen. Die Zahl der Beschäftigten geht 2020 um 1,75 bis 2,5 Prozent zurück, so Wifo-Leiter Christoph Badelt und -Prognosechef Josef Baumgartner im Zuge der neuesten Langfristprognose ihres Instituts. Die höheren Einbrüche beschreiben jeweils ein besonders pessimistisches Szenario mit einem besonders starken Rückgang der internationalen Konjunktur.

Für am wahrscheinlichsten hält das Wifo einen BIP-Rückgang von mehr als 5 Prozent. Damit würde der Einbruch wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise von 2009 (minus 3,8 Prozent) deutlich übertroffen werden. Das bis jetzt höchste Budgetdefizit in den bisherigen Aufzeichnungen seit 1954 hatte es im Jahr des EU-Beitritts Österreichs 1995 gegeben. Damals betrug es 6,1 Prozent.

Coronavirus wirft Schatten voraus: Kaum Wachstum nach dem Einbruch

Nach dem historischen Wirtschaftseinbruch wird es wohl deutlich langsamer aufwärtsgehen als erhofft. Nächstes Jahr wird mit einem realen Plus von 3,5 Prozent gerechnet. In den Jahren 2022 bis 2024 verlangsamt sich das Wirtschaftswachstum allerdings laut der neuesten Wifo-Langfristprognose wieder auf 1,5 Prozent.

2022 wird nur ein reales Wachstum von 1,9 Prozent gesehen, im Jahr darauf von 1,7 Prozent und 2024 von 1,9 Prozent. Das macht von 2019 bis 2024 lediglich ein reales Wachstum von 0,6 Prozent.

Das Budgetdefizit nach Maastricht-Definition sollte sich ab 2021 etwas einbremsen. Das Wifo sieht für nächstes Jahr ein Minus von 3,3 Prozent, für 2022 eines von 2,3 Prozent, für 2023 -1,7 Prozent und für 2024 immer noch ein Defizit von 1,2 Prozent. So ergäbe sich im Durchschnitt von 2019 bis 2024 ein Minus von 3,2 Prozent.

Größte Rezession aller Zeiten mit Silberstreif

Im heurigen zweiten Quartal wird jedenfalls mit einer globalen Rezession in noch nie dagewesener Größe und Synchronität gerechnet.

Wenigstens sollte die wirtschaftliche Aktivität aber hierzulande dank der gewissen Lockerungen nach vier Wochen des Stillstands wieder etwas an Fahrt aufnehmen, so ein kleiner vom Wifo prognostizierter Silberstreif am Konjunkturhorizont.

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