Wirtschaftsthemen nehmen bei der Coronavirus-Krise an Bedeutung zu

15.April 2020

Das Artificial Intelligence-Unternehmen eMenatlist präsentierte ein Coronavirus-Analysetool auf Basis künstlicher Intelligenz. Starker Fokus wurde auf die Situation des Handels und die Verwendung ganz bestimmter Begriffe gelegt.

Panikkäufe, Sicherheitsabstand, Schutzmasken und Arbeitslosigkeit waren im ersten Coronavirus-Monat die Topthemen in den deutschsprachigen Medien und Nachrichtenportalen. Dies ermittelte der auf künstlicher Intelligenz basierende automatisierte Data Scientist eMentalist in seinem ersten Coronavirus-Radar.

„Standen in den ersten Tagen der Krise die medizinischen und gesundheitlichen Aspekte ganz klar im Vordergrund, so stieg nach und nach die öffentliche Aufmerksamkeit für die möglichen ökonomischen Folgen der Krise“, betont Elaheh Momeni, Gesellschafterin und CTO des Artificial Intelligence-Unternehmens eMentalist, einem Schwesterunternehmen der Advicum Consulting, Wien. Das Coronavirus-Radar werde auch weiterhin aktuelle Entwicklungen in der Krise beobachten und publizieren und kann auch von interessierten Unternehmen in Anspruch genommen werden, kündigte Momeni an.

Pflegepersonal wird häufiger thematisiert als Impfung

Einige Ergebnisse der ersten Ausgabe des Coronavirus-Radars sind durchaus überraschend. So kommt der Begriff Pandemie in der Berichterstattung eher selten vor, auch die Themen Quarantäne und Lockdown spielten bisher eine untergeordnete Rolle. Desinfektionsmittel standen zu Beginn der Krise im Blickpunkt, traten später aber hinter die Thematik der Schutzmasken zurück. Ganz ähnlich verlief auch die Aufmerksamkeitskurve für den Begriff Herdenimmunität.

Generell relativ selten erwähnt wird bis dato das Thema Impfung, möglicherweise weil diesbezüglich noch wenige wirklich relevante Fortschritte zu verzeichnen waren. Die Themen Pflegepersonal, Intensivbetreuung und Beatmungsgeräte verzeichnen hingegen weiterhin konstant starke Präsenz. „Generell sind Aspekte des medizinisch-gesundheitlichen Sektors wesentlich stärkeren Schwankungen unterworfen als im ökonomisch-gesellschaftlichen Bereich“, analysiert Momeni.

Coronavirus: Insolvenzgefahren neues Top-Thema

Kurzarbeit und Panikkäufe waren in den ersten Corona-Wochen die Schlagworte Nummer Eins der Wirtschaftsberichterstattung, wurden mittlerweile aber vom anfangs möglicherweise unterschätzten Aspekt der Insolvenzgefahr deutlich überholt. „Arbeitslosigkeit und Liquiditätsprobleme beschäftigen die meisten Branchen nach wie vor, vielleicht geben aber neue Lösungen wie Voucher-Systeme, Kooperationen und das Entdecken neuer Jobs Anlass zur Hoffnung“, meint Matthias Ortner, Gesellschafter von Advicum Consulting und CEO von eMentalist. Eines der meistdiskutierten Themen in den Medien und Nachrichtenportalen ist die Situation des Handels. Online- und Versandhandel sind nach den Erkenntnissen des Coronavirus-Radars jedenfalls Schlüsselaspekte der Krise, deren Auswirkung das Retailgeschäft der Zukunft stark verändern dürfte.

USA mit anderem Fokus

Parallel zur heimischen Informationslandschaft analysierte der eMentalist auch die thematischen Entwicklungen in Deutschland, Großbritannien und den USA. Während Österreich mit Deutschland eher im Gleichschritt agiert und Großbritannien ein ausbalanciertes Bild mit wenigen besonders stark fokussierten Themen abgibt, zeigt sich in den USA eine komplett andere Situation. Dort dominieren die Begriffe Pandemie, Lockdown und Grenzkontrollen seit Ausbruch der Krise eindeutig, was die politische Stimmung und Meinungsbildung in den Vereinigten Staaten gut widerspiegeln dürfte. Und schließlich warf das Coronavirus-Radar auch noch einen kurzen Blick auf die Performance der Leader ausgewählter Staaten.

Sebastian Kurz wurde in den Medien und Nachrichtenportalen dabei überwiegend positiv kommentiert, insbesondere in den ersten beiden Wochen nach Einführung der strengen Anti-Corona-Maßnahmen. Durchwegs hohe Positivwerte weist auch Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron auf, während die Werte bei Angela Merkel und Boris Johnson in den einzelnen Beobachtungswochen sehr schwankend ausfielen.

Die wichtigsten Links von Behörden und Institutionen für Unternehmen rund um das Coronavirus finden sich hier.