Unternehmen und Coronavirus: Handeln statt Hilflosigkeit

01.April 2020

Unternehmen setzen in Zeiten des Coronavirus auf Aufklärung, Schutz und Home Office. Mehr als jeder zweite Arbeitnehmer ist der Meinung, dass ihre Vorgesetzten gut und richtig auf die Krisensituation reagiert haben.

Die Coronavirus-Krise bleibt weiterhin Thema. Die Mehrheit der österreichischen Arbeitgeber hat auf die aktuelle Situation reagiert und die jeweils sinnvollsten Maßnahmen getroffen, zeigt eine aktuelle StepStone-Umfrage. So bietet mehr als die Hälfte aller Unternehmen seinen Mitarbeitern jetzt die Möglichkeit an, im Home Office zu arbeiten (54 Prozent). Knapp ein Drittel (28 Prozent) setzt auf flexible Arbeitszeiten und -orte, um Kinderbetreuung und Pflege zu ermöglichen. Für die Studie wurden mehr als 3.500 Arbeitnehmer und Arbeitsuchende in ganz Österreich befragt.

Ganz oben auf der Liste der Corona-Maßnahmen stehen bei Arbeitgebern allerdings Aufklärung und Schutz: Mehr als die Hälfte aller Unternehmen (55 Prozent) informiert über die richtigen Verhaltensweisen und Hygiene in Zeiten von Corona. Weitere 52 Prozent stellen Schutzmaßnahmen wie Desinfektionsmittel bereit.

Ein Drittel aller Arbeitgeber (33 Prozent) hält die Büroräume geschlossen, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren. Andere Firmen teilen ihre Teams zum Beispiel in zwei separate Gruppen auf, um eine Betriebsquarantäne oder eine potenzielle Infektion aller Angestellten zu vermeiden.

Coronavirus: Kleine Gesten mit großer Wirkung

Der Einsatz der Arbeitgeber macht sich bezahlt: Mehr als jeder zweite Arbeitnehmer (54 Prozent) findet, dass ihre Unternehmensführung die richtigen Schutzmaßnahmen ergreift und alles tut, um Arbeitsplätze zu retten. „Unsere Firma versucht alles, um den Mitarbeiterstand bei 100 Prozent zu halten“, erzählt etwa ein Befragter. „Das geht sogar so weit, dass Shareholder auf ihre Dividende vom letzten Jahr verzichten.“ Aber auch kleine Gesten werden geschätzt, zeigt die Umfrage: „Unser Chef stellt momentan kostenlose Verpflegung zur Verfügung, weil die Kantine geschlossen wurde.“

Auch in der Krise können Arbeitgeber sowie Arbeitnehmer einiges unternehmen, um den Betrieb am Laufen zu halten. „Alles, was bisher gebraucht wurde, wird prinzipiell immer noch gebraucht – und wahrscheinlich sogar mit steigendem Bedürfnis“, sagt der Arbeitspsychologe Johann Beran. „Die Menschen müssen sich nun überlegen, was konkret an ihrer Leistung durch Telefon oder Video abgedeckt werden kann. Die Wege zu Kunden oder Klienten müssen jetzt anders gestaltet werden. Das wird natürlich keine Fortsetzung der Zeit vor Corona, kann aber in bestimmten Fällen einen Totalausfall verhindern.“

„Handeln führt aus der Hilflosigkeit“

Wichtig sei jedenfalls, nicht in Schockstarre zu verfallen: „Handeln führt immer aus der Hilflosigkeit, selbst wenn es manchmal nur Selbstzweck ist. Beraten Sie Sich mit Vorgesetzten und Kollegen und bauen Sie neue kreative Möglichkeiten auf.“

Für Beran ist außerdem gute Kommunikation ausschlaggebend, damit Mitarbeiter das Vertrauen nicht verlieren: „Klar und menschlich, sozial fürsorgend. Viel Miteinander geht auch in Zeiten der verordneten ‚sozialen Distanz‘. Wir sind ja nur körperlich distanziert. Sozial müssen wir hingegen gerade jetzt enger zusammenrücken.“

Die wichtigsten Links von Behörden und Institutionen für Unternehmen rund um das Coronavirus finden sich hier.