Künstliche Intelligenz schüchtert Arbeitnehmer nicht ein

04.März 2020

Die heimischen Arbeitnehmer haben wenig Sorge, schon bald von Robotern ersetzt zu werden. Je höher der Bildungsgrad desto weniger wird Künstliche Intelligenz (KI) als Bedrohung gesehen.

Österreichs Arbeitnehmer fürchten sich nicht vor der Konkurrenz durch künstliche Intelligenz (KI). Nur 16 Prozent meinten bei einer Umfrage durch das Jobnetzwerk vormals Xing sie könnten durch Roboter oder andere Formen von KI ersetzt werden. Jüngere Umfrageteilnehmer (18-29 Jahre) schätzen die Bedrohung jedoch höher ein, hier sehen 29 Prozent einen Verdrängungswettbewerb.

Von allen Sparten wird im Handel der Roboter am stärksten als Konkurrenz wahrgenommen. Selbstbedienungskassen sind ja etwa schon gelebte Praxis. Auch Dynamic Pricing und Predictive Analytics sind Kernanwendungsgebiete der KI im Handel. Selbst in der Gastronomie und Hotellerie könnten sich humanoide Roboter etablieren, ist sich etwa ein ungarisches Unternehmen sicher, wie dieses Video zeigt.

Bildung macht selbstbewusst

Je höher der Abschluss und das Haushaltseinkommen der Befragten ist, umso weniger Potenzial wird der Künstlichen Intelligenz am Arbeitsmarkt zugeschrieben. Befragt nach der Zukunftstauglichkeit ihres Berufes, waren sich 56 Prozent der befragten Arbeitnehmer sicher, dass es ihr Berufsbild auch noch in 15 Jahren geben wird.

„Dieses Ergebnis ist weitgehend dasselbe bei Frauen wie Männern und unabhängig vom Haushaltseinkommen oder Bildungsniveau“, heißt es dazu in einer Aussendung von Xing. Rund zwei Drittel der Befragten gingen davon aus, dass ihre Anstellung bei ihrem Arbeitgeber in den nächsten fünf Jahren sicher ist. Auch hier stechen die Handelsangestellten mit einer pessimistischeren Sicht hervor.

EU will 20 Milliarden in KI investieren

Wie groß das Potential von KI ist, hat auch die Europäische Union erkannt. Die EU-Kommission will Europa nun zu einem weltweit führenden Standort machen und den Rückstand auf die USA und China verkleinern. Dafür sollen 20 Milliarden Euro pro Jahr ausgegeben werden. „Künstliche Intelligenz ist ein Schlüsselfaktor, um unser Klimaziel, bis 2050 CO2-neutral zu werden, zu erreichen“, so EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei der Präsentation der neuen Strategie. Gleichzeitig soll die Forschung zu KI grenzüberschreitend deutlich besser organisiert werden.

Die Kommission schlägt auch eine staatliche Kontrolle besonders risikobehafteter KI-Anwendungen vor. Als Hochrisiko-Anwendungen bei KI stuft sie den Einsatz in den Bereichen Medizin, Verkehr, Polizei und Justiz ein. Die Kommission fordert deshalb, dass Behörden in der Lage sein müssten, solche Systeme zu überprüfen.

Webinar für Künstliche Intelligenz der WKO

Aufgrund der Aktualität und des großen Potentials des Themas hat auch die Wirtschaftskammer Österreich eine Aufklärungsinitiative gestartet. In der Webinar-Reihe werden neben KI-Technologieanbietern vor allem Unternehmerinnen und Unternehmer über ihre „Tops oder Flops“ mit KI-Projekten berichten. Warum KI? Wie sind sie an das Projekt herangegangen? Welche Erwartungen hatten sie? Und was wurde erreicht?

Via Chat können die Teilnehmer bei allen Webinaren Fragen an die Vortragenden richten und damit klären, welche KI-Projekte im eigenen Unternehmen Sinn machen. Die Termine für die nächsten Webinare sind Mittwoch, 18. März, Mittwoch, 15. April und Mittwoch, 20. Mai jeweils von 14 bis 15 Uhr. Die Anmeldung ist hier möglich.