WKÖ: Fachkräfte weiterhin gesucht

03.März 2020

WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf sieht zwar ein deutliches Absinken der Arbeitslosigkeit im Februar. Gleichzeitig wächst jedoch der Bedarf an Fachkräften weiter an. Laut WKÖ müsse daher die überregionale Vermittlung gestärkt werden.

„Der Jobmotor in den heimischen Unternehmen funktioniert. Trotz leichter konjunktureller Abschwächung melden die Betriebe mehr offene Stellen. Gleichzeitig wächst der Fachkräftebedarf weiter an“, sagt WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf. Konkret gab es am österreichischen Arbeitsmarkt Ende Februar ein neuerliches Beschäftigungsplus von plus 1,1 Prozent oder plus 41.000 aktiv Beschäftigten. Weil die Joblücke zwischen Stadt und Land zunehme und viele Jobs in den Regionen unbesetzt bleiben, sei es daher umso wichtiger, die überregionale Vermittlung weiter zu stärken, um Fachkräfte in die Unternehmen zu bringen.

Die auf Initiative der Bundesregierung in Kooperation mit der WKÖ stattfindende Jobbörse am 3. März 2020, die den Fokus auf die überregionale Vermittlung von arbeitslosen Asylberechtigten legt, sei angesichts dessen ein richtiger und wichtiger Schritt: „Sie ermöglicht den Betrieben, in kurzer Zeit mit vielen potenziellen Fachkräften in Kontakt zu treten und zeigt den Jobsuchenden aus dem Raum Wien, dass auch der ländliche Raum attraktiv zum Arbeiten und Leben ist. Auf diese Weise bringen wir Angebot und Nachfrage am Arbeitsmarkt ein Stück weit zusammen“, so Kopf. Denn es sei erwiesen, dass die Mobilitätsbereitschaft die Jobchancen der Arbeitsuchenden erhöht.

Maßnahmen gegen Fachkräftemangel

Zum Vergleich: Die Zahl der offenen Stellen ist nach wie vor auf Rekordhöhe. Die erst kürzlich von Statistik Austria veröffentlichten Zahlen für 2019 verzeichnen 128.200 offene Stellen im Jahresdurchschnitt, dieser Spitzenwert entspricht einer Steigerung um fast 250 Prozent in den letzten 10 Jahren. „Die von der Bundesregierung und auch von uns in den letzten Wochen gesetzten Schritte, darunter ein Maßnahmenpaket für den heimischen Tourismus und der Beschluss, die Rot-Weiß-Rot-Karte weiterzuentwickeln, sind sehr wichtig, um dem massiven Fachkräftemangel unserer Betriebe entgegenzuwirken“, sagt Kopf.

Mit 90.000 Betrieben und 283.000 Mitarbeitern ist der Tourismus eines der wirtschaftlichen Herzstücke des Landes. In den vergangenen zehn Jahren wurden in Beherbergung und Gastronomie rund 40.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Ein Teil der Maßnahmen soll schon vor der Sommersaison spürbar werden.