EZB erwartet Kreditschub durch umfangreiche Geldspritzen für Banken

06.Februar 2020

Geldspritzen für Banken in Höhe von bis zu 560 Milliarden Euro sollen aus Sicht der EZB die Kreditvergabe im Euroraum anschieben. Bisher bleiben die Effekte aus dem Programm „TLTRO III“ aber enttäuschend.

Die Erwartung sei aktuell, dass Geldhäuser die supergünstigen EZB-Darlehen im Volumen von 300 bis 560 Milliarden Euro abrufen werden, teilte die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt mit.

Günstige Vergabebedingungen für Kredite

Das Wachstum der Kreditvergabe im Euroraum werde dadurch um fast 0,4 Prozentpunkte angeheizt. Die Geldspritzen würden zudem dafür, sorgen, dass die Kreditbedingungen im Euroraum vorteilhaft blieben. Wegen der eingetrübten Konjunkturaussichten hatte sich die Darlehensvergabe an Firmen zuletzt etwas abgeschwächt.

Risikoabwägungen

Die Euro-Wächter hatten im vergangenen Jahr eine dritte Serie günstiger Langfristkredite für Banken gestartet, die im Fachjargon „TLTRO III“ genannt werden. Mit den insgesamt sieben Liquiditätsspritzen will die EZB die Darlehensvergabe an Unternehmen und Haushalte ankurbeln. Die Langfristkredite sind daher so gestaltet, dass Banken Anreize erhalten, Darlehen an die Wirtschaft auszureichen. Bei den ersten beiden Geldspritzen der Serie riefen die Institute aber nur 101 Milliarden Euro ab. Das ist deutlich weniger als erwartet worden war. Fünf weitere Langfristkreditgeschäfte aus der Serie stehen noch aus. Im März steht das nächste an. (APA)