Privat ungenutzte Firmenautos: So holen Sie sich den „Mini-KFZ-Sachbezug“

16.Dezember 2019

Es gibt private Wenig-Fahrer von Firmen-PKW. Diese können nicht nur den „halben KFZ-Sachbezug“ (wenn die monatliche private Kilometerleistung nachweislich nicht mehr als 500 km beträgt) nützen, sondern dürfen einen „Mini-KFZ-Sachbezug“ ansetzen.

WKO und LBG Österreich erklären, wie private Wenigfahrer den Sachbezug ihres Firmenautos verringern können.

Weniger als 500 km/Monat privat unterwegs

Wird ein Dienstwagen im Jahresdurchschnitt nicht mehr als 500 km monatlich für Privatfahrten benützt (Fahrten Wohnung – Arbeitsstätte sind der Privatsphäre zuzurechnen) , beträgt der Sachbezugswert jeweils die Hälfte. Dies sind bei nicht-schadstoffarmen Fahrzeuge ein Prozent  der tatsächlichen Anschaffungskosten oder max.  480 Euro; bei schadstoffarmen Fahrzeuge 0,75 Prozent oder max. Euro 360 Euro.

So wird gemessen

Die Sachbezugsbewertung geht von einer Jahresbetrachtung aus. Die Monatsangaben sind durch zwölf dividiert. Krankenstand und Urlaub, währenddessen das Fahrzeug nicht privat benutzt wird, mindern den Hinzurechnungsbetrag grundsätzlich nicht.  Wenn das Auto aber für einzelne Kalendermonate weder privat noch betrieblich zur Verfügung steht, ist kein Sachbezugswert hinzuzurechnen.

Auch andere Beweismittel

Um lediglich einen halben Sachbezug ansetzen zu können, kommen als Nachweis der privat gefahrenen Kilometer außer einem Fahrtenbuch auch andere Beweismittel in Betracht. Aufgrund einer VwGH-Entscheidung ist es zum Beispiel auch zulässig, die Privatfahrten dadurch nachzuweisen, dass von der gesamten jährlichen Kilometerleistung die durch Reiseberichte nachgewiesenen dienstlichen Fahrten abgezogen werden.

„Mini-Sachbezug“

Verwendet der Dienstnehmer das Firmen-KFZ nur sehr selten für Privatfahrten, kann ein Sachbezug auf Basis der privat gefahrenen Kilometer angesetzt werden. Wenn sich nämlich aus der Multiplikation von privat gefahrenen Kilometern mal den in der folgenden Tabelle angeführten Cent-Beträgen ein geringerer Wert ergibt als ein Viertel des vollen Sachbezugs, kann dieser geringere Wert angesetzt werden.

Ansatz pro privat gefahrenen Kilometer CO2-Grenzwert überschritten CO2-Grenzwert nicht überschritten
Ohne Chauffeur 0,67 € 0,50 €
Mit Chauffeur 0,96 € 0,72 €

Beispiel der WKO

Die Anschaffungskosten des Firmenautos liegen im Jahr 2019: 33.000 Euro, der CO2-Ausstoß liegt bei 120 g/km.
Laut Fahrtenbuch ist der Arbeitnehmer im Jahr 2018 monatlich durchschnittlich privat gefahren. Dazu werden zwei Beispiele mit 100 km  und 400 km gerechnet.
Der halbe Sachbezugswert: 0,75 Prozent von 33.000 Euro = 247,50 Euro
davon 50 Prozent = 123,75 Euro (Vergleichswert)

Fall a) 100 km x 0,50 Euro = 50 Euro
50 € ist weniger als der Vergleichswert (Hälfte des halben Sachbezugswerts), daher beträgt der Sachbezug 50 Euro monatlich.

Fall b) 400 km x 0,50 Euro = 200 Euro
200 Euro ist mehr als der Vergleichswert (Hälfte des halben Sachbezugswertes), daher Sachbezug 247,50 Euro

Achtung: Bei Ansatz dieses „Mini-Sachbezugs“ verlangt die Sachbezugswerteverordnung, dass sämtliche Fahrten lückenlos in einem Fahrtenbuch aufgezeichnet werden – Reiseberichte würden in diesem Fall nicht genügen.

 

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