Warmer Winter: Österreich verbrauchte 2018 weniger Energie

28.November 2019

2018 ist der energetische Endverbrauch in Österreich um ein Prozent gesunken. Dies entspricht ungefähr dem Niveau des Jahres 2016.

Zurückzuführen war dieser Rückgang laut Statistik Austria vor allem auf eine – durch die wärme Witterung begünstigte – Abnahme des Verbrauchs der Privathaushalte. Industrie und Straßenverkehr benötigten mehr Energie. Bei Strom sanken sowohl Erzeugung als auch Exporte.

Weniger Energie für private Haushalte

Der energetische Endverbrauch verringerte sich 2018 um ein Prozent auf 1.126 Petajoule (PJ). Dies war hauptsächlich auf eine Abnahme des Energieverbrauchs der privaten Haushalte um sieben Prozent auf 272 PJ zurückzuführen, in der sich nach Angaben der Statistik Austria die Entwicklung der Heizgradsumme (minus 10 Prozent) widerspiegelt.

Industrie und Verkehr verbrauchten mehr

Dem entsprechend zeigte auch der Energieeinsatz des Dienstleistungssektors um vier Prozent nach unten, der zu mehr als 60 Prozent zur Bereitstellung von Raumwärme dient. Die Industrie setzte um ein Prozent mehr Energie als 2017 ein, während es im Verkehrssektor mit 402 PJ um zwei Prozent mehr waren, unter anderem bedingt durch eine Zunahme beim Flugverkehr um zwölf Prozent auf 36 PJ. Wie in den Jahren davor nahm auch 2018 der Energieverbrauch für den Straßenverkehr zu (um ein Prozent auf 347 PJ), wobei der Anstieg parallel zur Entwicklung des Kraftfahrzeugbestandes (plus zwei Prozent) verlief, so die Statistik Austria.

Fossiler Energieeinsatz geht ganz leicht nach unten

Nach Energieträgern betrachtet wies der energetische Endverbrauch von Erdölprodukten und elektrischer Energie „keine nennenswerte Veränderung“ auf, so die Statistik Austria zur endgültigen Energiebilanz für 2018. Der Einsatz kohlebasierter Energieträger ging demnach um drei Prozent auf 18 PJ zurück, jener bei Erdgas sank um ein Prozent auf 198 PJ. Bei erneuerbaren Energieträgern verringerte er sich um fünf Prozent auf 171 PJ, darunter vor allem von Scheitholz (minus neun Prozent auf 57 PJ). Auch der Fernwärmeeinsatz zeigte dem Heizgradsummen entsprechend einen Rückgang (um minus sechs Prozent auf 71 PJ).

Niedriger Wasserstand, weniger Wind: Stromproduktion sinkt

Die Stromproduktion sank 2018 um vier Prozent auf 234 PJ. Dabei gab es Rückgänge sowohl bei der Stromerzeugung durch Wasser- und Windkraft als auch auf Basis von fossilen Energieträgern (Kohle, Erdgas, Öl). Die Stromproduktion durch fossile Energieträger ging bei Erdgas um neun Prozent auf 36 PJ zurück, bei kohlebasierten Energieträgern um acht Prozent auf 13 PJ und bei Erdölprodukten um 16 Prozent auf 3 PJ. Bei erneuerbaren Energieträgern verringerte sich die Stromerzeugung bei Wasserkraft um zwei Prozent auf 135 PJ, bei Windkraft um acht Prozent auf 22 PJ. Die Produktion aus biogenen Energieträgern lag 2018 auf gleichem Niveau wie 2017. Lediglich die Produktion von Photovoltaik-Strom (PV) stieg, nämlich um 13 Prozent auf 5 PJ. „Der Rückgang in der Stromproduktion konnte vorwiegend durch eine Abnahme der Stromexporte ausgeglichen werden“, heißt es.

Fernwärme geht spürbar zurück

Die Produktion von Fernwärme zeigte sich im Vorjahr für alle Energieträger rückläufig, um sechs Prozent auf 83 PJ. Besonders ausgeprägt war dieser Rückgang laut Statistik Austria bei Erdölprodukten (minus 35 Prozent auf 3 PJ), kohlebasierten Energieträgern (minus 16 Prozent auf 3 PJ), Erdgas (minus fünf Prozent auf 31 PJ), brennbaren Abfällen (minus fünf Prozent auf 6 PJ) sowie bei erneuerbaren Energieträgern (minus drei Prozent auf 40 PJ). (APA)

 

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