Fossile Energie: Die Nachfrage nach Erdöl reduziert sich erst ab 2025

25.November 2019

Der Jahresbericht der Internationalen Energiebehörde (IEA) lieferte Mitte November Prognosen über die Entwicklung der Nachfrage nach Erdöl. Gleichzeitig geht mit Saudi Aramco der größte Börsendeal aller Zeiten über die Bühne. Der Erste Asset Management Blog analysiert die aktuellen Prognosen.  

Die IEA zeichnet in ihrem aktuellen Bericht ein differenziertes Bild der zu erwartenden Veränderungen. Ihr zufolge wird die Nachfragedynamik bei Öl wegen der Zunahme von Elektroautos und energiesparenden Fahrzeugen stark zurückgehen. Allerdings werde aus heutiger Sicht diese Entwicklung voraussichtlich erst ab den 2030er Jahren einsetzen: „Das Wachstum der Nachfrage bleibt bis 2025 robust“, sagte IEA-Direktor Fatih Birol.

Verbrauchsanstieg bis 2030

In den kommenden fünf Jahren rechnet die Agentur mit einem jährlichen Anstieg der weltweiten Ölnachfrage um durchschnittlich eine Million Barrel pro Tag und erst danach dürfte das Nachfragewachstum nachlassen. Ab 2030 wird schließlich nur mehr mit einer Zunahme um 100.000 Barrel pro Tag gerechnet. Im Vergleich zu ihren Prognosen aus dem Vorjahr hat die IEA die Erwartungen hier halbiert.

Ölbedarf wächst mit Weltwirtschaft

Kurzfristig ist für die Nachfrage die Entwicklung der Weltkonjunktur zentral. Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) schätzt das Wachstum der globalen Wirtschaftsleistung aktuell sowohl für heuer als auch für 2020 konstant auf 3 Prozent. Dies geht aus dem monatlichen Ölmarktreport der OPEC hervor, der nur einen Tag nach dem Jahresbericht der IEA veröffentlich wurde.

OPEC-Förderung leicht rückläufig

Die OPEC schätzt die Nachfrage nach Öl aus ihren Mitgliedsländern in diesem und im nächsten Jahr trotz der weltweit steigenden Nachfrage weiterhin leicht rückläufig ein. Grund dafür ist die zunehmende Bedeutung anderer Förderländer – allen voran der USA. Am 5. Dezember treffen sich  Vertreter der OPEC mit verbündeten Staaten, um angesichts der aktuellsten Einschätzungen über eine Verlängerung der Förderbeschränkungen zu beraten, mit denen sie die Preise stabilisieren wollen. Allgemein wird erwartet, dass die Fördermengen nicht weiter gesenkt, aber zumindest konstant gehalten werden.

Saudi Aramco: größter Börsengang aller Zeiten

Für das führende OPEC-Mitglied Saudi-Arabien fällt das Treffen in eine besonders spannende Zeit: Denn inzwischen können Anleger Aktien des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco zeichnen. Aramcos Börsenwert wird auf bis zu 2.000 Milliarden Dollar geschätzt. Die Zeichnungsfrist für Anteile des mit Abstand wertvollsten Unternehmens der Welt endet nur einen Tag vor dem OPEC-Treffen. Längerfristig stabile Aussichten auf den Ölmarkt dürften dem größten Börsengang aller Zeiten gelegen kommen.

 

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