Billiger Luxus: Warum Preise bei Wellnessprodukten wichtiger werden

04.November 2019

Der Markt für Wellnessprodukte erlebt seit zwei Jahren einen kräftigen Abschwung. Grund dafür ist die deutliche Zunahme von Produkten der Preiseinstiegsklasse, zeigen aktuelle Daten einer Marktstudie zu Wellnessprodukten in Österreich von Branchenradar.com Marktanalyse.

Der Vormarsch von Wellnessprodukten in den eigenen vier Wänden sorgte jahrelang für steigende Branchenerlöse. Doch 2018 sah sich der Markt mit einem unerwarteten Abschwung konfrontiert, dessen Verwerfungen insbesondere durch ein verändertes Kaufverhalten zugunsten preisgünstigerer Modelle befeuert wurde. Die Lage werde sich im laufenden Jahr nicht verbessert, so Branchenradar.com .

Deutlicher Rückgang bei Whirlpools

Insgesamt sanken im Jahr 2018 die Ausgaben privater Haushalte für Saunen, Infrarotkabinen, Whirlpools und Wellnessduschen um sieben Prozent gegenüber Vorjahr auf rund 111 Millionen Euro. Im laufenden Jahr dürften die Erlöse nochmals um knapp zwei Prozent schrumpfen. Besonders hart traf es die Anbieter von Whirlpools. Im Vergleich zu 2017 brach der Umsatz im letzten Jahr um mehr als fünfzehn Prozent ein. Die Ausgaben sanken auf 34 Millionen Euro. Nicht unwesentlich für die negative Entwicklung war neben der sinkenden Nachfrage ein Preisverfall von im Durchschnitt rund sechs Prozent gegenüber Vorjahr. Auch bei Wellnessduschen standen die Preise massiv unter Druck. Dort reduzierten sich die Erlöse um beinahe acht Prozent gegenüber Vorjahr. Doch während sich bei Whirlpools die Kontraktion im heurigen Jahr deutlich einbremst, geht es bei Wellnessduschen weiterhin ungebremst bergab. Für 2019 wird ein Minus von gut acht Prozent erwartet.

Stabile Nachfrage und Preise bei Saunen

Vergleichsweise moderat war der Rückgang hingegen bei Saunen und Infrarotkabinen. Und das aus gutem Grund, werden beide Produkte doch nach wie vor rege nachgefragt. Die Kundenpräferenz verlagert sich jedoch zunehmend zu preisgünstigeren Produkten. Für Saunen-Anbieter brachte dies im Jahr 2018 ein Erlösminus von rund vier Prozent gegenüber Vorjahr. Insgesamt investierten Konsumenten etwa dreißig Millionen Euro in ihr ganz privates „Schwitzvergnügen“.

Infrarotkabinen halten Preise

Die stabilste Entwicklung zeigte sich im vergangenen Jahr bei Infrarotkabinen. Die Erlöse sanken nur moderat um etwa ein Prozent gegenüber Vorjahr auf knapp 47 Millionen Euro. Allerdings wurde die flache Entwicklung durch den Umstand relativiert, dass vermehrt Kabinen für zwei Personen nachgefragt wurden. Im Durchschnitt kostet eine Zwei-Personen-Kabine um siebzig Prozent mehr als eine Ein-Personen-Kabine. Berücksichtigt man die Anteilsverschiebungen, waren Anbieter von Infrarotkabinen daher mit einem Preisverfall von mehr als acht Prozent gegenüber Vorjahr konfrontiert. Im laufenden Jahr dürfte sich die Lage aber stabilisieren. Von einer Trendwende sind jedoch auch Saunen und Infrarotkabinen weit entfernt.

 

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