Cybersecurity: So bekämpfen die heimischen Unternehmen die digitale Kriminalität

29.Oktober 2019

Cybersecurity hat bei heimischen Unternehmen einen hohen Stellenwert, wie eine Statistik Austria-Erhebung über den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in Unternehmen zeigt. Neun von zehn Betrieben treffen Vorkehrungen, um sich gegen Sicherheitsvorfälle im IKT-Bereich zu schützen.

Etwas mehr als die Hälfte setzt dabei auch auf vertragliche Vereinbarungen mit ihren Beschäftigten. Die zunehmende Digitalisierung zeigt sich aber auch in weiteren IKT-Bereichen: So entscheiden sich etwa immer mehr Unternehmen für schnelleres Internet.

Große Unternehmen machen mehr

Die Digitalisierung birgt bei allem Fortschritt Sicherheitsrisiken. 91 Prozent der Unternehmen ab zehn Beschäftigten treffen deshalb IKT-Sicherheitsvorkehrungen. Die häufigsten sind die Datensicherung auf eigenen Speichermedien (einschl. Cloud; 88 Prozent), die Instandhaltung und Aktualität der eingesetzten Software (einschl. Updates; 82 Prozent) und die strenge Kennwortauthentifizierung bei der Nutzung der IKT-Infrastruktur (d. h., Verwenden starker Passwörter mit einer gewissen Mindestlänge sowie Verwendung von mindestens einem Sonderzeichen o. ä., 66 Prozent). Von nahezu allen großen Unternehmen mit 250 und mehr Beschäftigten werden die genannten Maßnahmen umgesetzt.

Regelmäßige Sicherheitstests

IKT-Sicherheitstests werden von rund einem Drittel der Firmen durchgeführt (32 Prozent), obgleich auch hier deutliche Unterschiede nach Unternehmensgröße festzustellen sind. Während solche Maßnahmen bei rund 73 Prozent der großen Unternehmen zur Anwendung kommen, liegt der Anteil bei mittelgroßen Unternehmen (50 bis 249 Beschäftigte) bei 51 Prozent und bei kleinen Unternehmen (10 bis 49 Beschäftigte) bei 28 Prozent. Benutzeridentifikation und -authentifizierung durch biometrische Verfahren (wie z. B. Fingerabdruckscans, Stimm- oder Gesichtserkennung) werden hingegen nur von 9 Prozent aller Unternehmen eingesetzt. Auch hier zeigt sich der Trend, dass mit zunehmender Unternehmensgröße verstärkt Sicherheitsmaßnahmen gesetzt werden. 22 Prozent der großen, 13 Prozent der mittelgroßen und 8 Prozent der kleinen Unternehmen setzen biometrische Verfahren zur Benutzerkennung ein.

MitarbeiterInnen müssen Bedeutung verstehen

Um sich vor Vorfällen zu schützen, die durch unsachgemäße IKT-Nutzung hervorgerufen werden, ist es wichtig, das Bewusstsein der Beschäftigen für IT-Sicherheit zu schärfen. Mehr als die Hälfte der Unternehmen (53 Prozent) setzen dabei auf Vereinbarungen in Dienstverträgen oder mittels Verpflichtungserklärungen. Hier lassen sich ebenfalls Unterschiede nach der Unternehmensgröße feststellen. Während solche Vereinbarungen in 88 Prozent der großen Unternehmen vertraglich getroffen werden, beträgt der Anteil bei mittelgroßen Unternehmen 71 Prozent und bei Kleinunternehmen 50 Prozent. 39 Prozent aller Unternehmen bieten den Beschäftigten freiwillige Schulungen oder intern zugängliche Informationen (z. B. im Intranet) zum Thema IKT-Sicherheit an. In weiteren 22 Prozent der Unternehmen werden verpflichtende Schulungen durchgeführt oder verpflichtendes Schulungsmaterial an die Beschäftigten ausgehändigt.

Schriftliche Sicherheitsregeln

Mehr als jedes dritte Unternehmen (36 Prozent) hat die Vorgehensweisen im Hinblick auf die IKT-Sicherheit schriftlich festgehalten (kleine Unternehmen: 32 Prozent; mittelgroße Unternehmen 56 Prozent; große Unternehmen: 82 Prozent). 78 Prozent dieser Unternehmen hält diese IKT-Sicherheitsdokumentation aktuell und erstellte oder überarbeitete diese zuletzt innerhalb der vergangenen zwölf Monate.

Breitbandverbindungen werden schneller

Alle befragten Unternehmen nutzen das Internet für betriebliche Zwecke und greifen dafür zumeist auf Breitbandverbindungen zurück (Internetzugang: 100 Prozent; Breitbandverbindungen: 98 Prozent). Während mobile Breitbandverbindungen, also Internetverbindungen über Mobilfunknetze mit zumindest 3G-Technologie, seit 2010 einen starken Anstieg verzeichnen (2010: 46 Prozent; 2015: 77 Prozent; 2019: 80 Prozent), ist eine Sättigung bei den festen (stationären) Breitbandverbindungen wie DSL, Kabel oder Glasfaser zu beobachten (2010: 75 Prozent; 2015: 91 Prozent; 2019: 90 Prozent).

100 Mbit/s und mehr

Immer mehr Unternehmen nutzen allerdings schnelle feste Breitbandverbindungen. 2019 meldeten 19 Prozent der Unternehmen mit Nutzung fester Breitbandverbindungen eine Download-Geschwindigkeit von 100 Mbit/s oder mehr, waren es 2015 nur elf Prozent. Für feste Breitbandverbindungen mit einer Download-Geschwindigkeit von 30 Mbit/s bis unter 100 Mbit/s konnte in den Jahren 2015 bis 2019 ein Anstieg von 19 Prozent auf 30 Prozent beobachtet werden. Langsamere Verbindungen mit zwei Mbit/s bis unter zehn Mbit/s findet man nur noch in 16 Prozent der Unternehmen (2015: 30 Prozent). Allgemein lässt sich feststellen: Je größer das Unternehmen, desto schneller die verwendete feste Breitbandverbindung.

 

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