Wellnesshotels: Wann sich Qualität immer noch lohnt

14.Oktober 2019

Der starke Aufwärtstrend bei guten Wellnesshotels hält weiter an. „Die Nachfrage nach Qualitäts-Wellnessurlaub ist so groß wie nie – Tendenz steigend“, meinte der Herausgeber des Wellnesshotel-Führers „Relax Guide“, Christian Werner, in einer Aussendung. Den Hauptgrund für diesen Erfolg sieht Werner in dem hohen Qualitätslevel, das die Spitzenhäuser inzwischen erreicht haben.

Für den aktuellen Guide haben die Tester wieder die gesamte Branche unter die Lupe genommen. Werner: „Wir haben alle 1.101 Spa-Hotels in Österreich anonym getestet, knapp 22 Prozent konnten mit mindestens einer Lilie ausgezeichnet werden.“ Der hohe Anteil an Spitzenhotels ist dem Herausgeber zufolge beachtlich. „Wir haben in Österreich prozentuell fast doppelt so viele Lilien-Hotels wie in Deutschland“, unterstrich Werner.

Hohe Investitionen

Die guten Häuser können auch in einem gesättigten Markt entspannen: „Dank umfangreicher Investitionen ist die Infrastruktur vor allem in besseren Häusern geradezu perfekt. Dies schlägt sich auch bei der Zahl der Gäste nieder“, lobte Werner. Hinzu kommen individuelle Schwerpunkte der Häuser wie Yoga, Wandern, Gourmet oder Kinder, die ebenfalls gut angenommen werden. Für durchschnittliche und unterdurchschnittliche Häuser sei das wirtschaftliche Umfeld hingegen eher schwieriger geworden.

Höhere Preise durchsetzbar

Auch die Preisentwicklung ließ Werner zufolge aufhorchen: Die guten Wellnesshotels konnten nämlich eine Erhöhung von 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr durchsetzen. „Und das in einem Umfeld von extrem niedrigen Zinsen und sehr geringer Inflation“, ergänzte Werner. Im Schnitt kostet ein gutes Wellnesshotel damit 138,22 Euro pro Person und Nacht.

Fehlendes Personal

Es gab aber auch Kritik: „Die Hotellerie hat mit einem eklatanten Fachkräftemangel zu kämpfen, was sich immer häufiger in Mängeln bei der Servicequalität zeige. Hier müssen nicht wenige Hotels nachbessern“, unterstrich Werner.

Stabile Verfügbarkeit

Insgesamt haben in der vergangenen Saison zehn Hotels geschlossen, 15 sind neu hinzugekommen. 50 Hotels wurden besser bewertet, 44 schnitten hingegen schlechter ab als im Vorjahr.

Südtiroler Hotels sind mit dabei

Stark ausgebaut wurde der Südtirol-Teil des Guides. „Dazu haben wir alle Südtiroler Hotels untersucht und jene, die mit Lilien bewertet werden konnten, ausgewählt. Es sind genau 100 geworden“, sagte Werner. Die Lilie ist das Qualitätsgütesiegel des Wellnesshotelführers, im besten Fall kann ein Haus mit vier Lilien ausgezeichnet werden.

Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis im Burgenland

Wellness-Spitzenreiter ist das Burgenland. Es besitzt den höchsten Anteil an Wellnesshotels, die mit Lilien, dem „Relax Guide“-Qualitätsgütesiegel ausgezeichnet wurden. „Hinzu kommt das außerordentlich gute Preis-Leistungs-Verhältnis“, so Werner. 29 Wellnesshotels gibt es im Burgenland, 41 Prozent davon wurden mit Lilien ausgezeichnet. „Der bundesweite Durchschnitt liegt hingegen nur bei 22 Prozent“, erklärte Werner. An zweiter Stelle liegt Oberösterreich (30 Prozent Lilien-Hotels), gefolgt von Kärnten (29 Prozent) und Niederösterreich (27 Prozent), die Schlusslichter sind Tirol (20 Prozent) vor Vorarlberg (16 Prozent).

Tiroler Identitätskrise

Tirol ist Werner zufolge aber ein eigener Fall: In diesem Bundesland gibt es mit 82 Häusern zwar die meisten Lilien-Hotels, doch stehen dort mit 419 auch die meisten Wellnesshotels. „Und diese sind oft sehr schwach bewertet, was sich negativ auf die Gesamtstatistik auswirkt. Viele Minderleister sind mehr Ferien- oder Wintersport- als Wellnesshotel“, erklärte Werner.

Thermalpools und Outdoor-Saunen

Der hohe Relax-Faktor der burgenländischen Hotels zeige sich auch deutlich an der Spa-Infrastruktur: So sei etwa der Anteil von Hotels mit Thermalpools mit 34,5 Prozent außerordentlich hoch, im Österreich-Durchschnitt hingegen nur 5,8 Prozent. „Und während das, was die Herzen von Saunafans höherschlagen lässt, nämlich eine Sauna im Freien, österreichweit nur in jedem fünften Hotel zu haben ist, kann sich der Gast in knapp einem Drittel der burgenländischen Spa-Herbergen darüber freuen“, meinte der Herausgeber.

Ab 112 Euro pro Tag

Wie die Untersuchung zeigte, liegt das Burgenland auch mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis im Spitzenfeld: Der Preis für ein Lilien-Hotel beträgt hier im Schnitt 117,56 Euro, günstiger ist es nur in Niederösterreich (112,29 Euro). Wesentlich teurer kommt der Wellnessurlaub in Salzburg (durchschnittlicher Ab-Preis 138,51 Euro) und in Tirol (141,81 Euro). In Vorarlberger Wellnesshotels sind die Preise österreichweit gemessen am höchsten, sie liegen im Schnitt bei 186,43 Euro pro Person. (APA)

 

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