Industrie 4.0: Diese Länder investieren am stärksten in Roboter

20.September 2019

Die österreichische produzierende Industrie weist laut World Robotics Report 175 Roboter pro 10.000 Beschäftigte auf. In Deutschland beträgt die gleiche Verhältniszahl 338. Unter den Flächenstaaten nimmt Südkorea mit 774 Industrierobotern/10.000 Jobs die führende Stellung ein. 

Wichtigster Treiber bei der Neuinstallation ist laut International Federation of Robotics (IFR) die Automobilindustrie. Weltweit sind die Roboter-Investitionen 2018 auf 16,5 Milliarden US-Dollar ( 400.000 Roboterinstallationen pro Jahr) gestiegen

China wichtigster Einzelmarkt

74 Prozent der globalen Installationen im Jahr 2018 entfallen auf fünf Hauptmärkte: China, Japan, die Vereinigten Staaten, Republik Korea und Deutschland.Wichtigster Einzelmarkt ist China. Das Reich der Mitte bleibt mit einem Anteil von 36 Prozent der Gesamtinstallationen größter Industrieroboter-Markt. Im Jahr 2018 wurden rund 154.000 Einheiten installiert. Das ist ein Prozent weniger als im Vorjahr, aber mehr als die Anzahl der installierten Roboter in Europa und Amerika gesamt. Der
Wert der Installationen erreichte 5,4 Milliarden USD. Dies sind 21 Prozent mehr als 2017.

@ Statista.de

China-Produktion legt zu

Chinesische Roboteranbieter steigerten ihren Marktanteil im Inland um 5 Prozentpunkte (2018: 27 Prozent vs. 2017: 22 Prozent). Dieses Ergebnis steht im Einklang mit der chinesischen Politik, einheimische Hersteller zu fördern. Die Installationen ausländischer Roboterlieferanten (einschließlich der in China von nicht-chinesischen Lieferanten produzierten Einheiten) sanken dagegen um 7 Prozent auf rund 113.000 Einheiten (2017: rund 122.000 Einheiten). Dieser Rückgang ist auch auf eine Abschwächung der Automobilindustrie zurückzuführen.

Japan kämpft um Produktivität

Der Roboterabsatz in Japan stieg um 21 Prozent auf rund 55.000 Einheiten und stellte damit den höchsten Wert dar, den das Land je erreicht hat. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 17 Prozent seit 2013 ist für einen Markt mit einer bereits hoch automatisierten Industrieproduktion bemerkenswert. Japan ist der weltweit führende Industrieroboterhersteller und lieferte 2018 insgesamt 52 Prozent des weltweiten Absatzes.

USA holt rasant auf

Die Roboterinstallationen in den USA stiegen das achte Jahr in Folge auf einen neuen Höchststand und erreichten rund 40.300 Einheiten im Jahr 2018. Das sind 22 Prozent mehr als 2017. Seit 2010 ist der anhaltende Automationstrend in der Produktion ein wichtiger Wachstumstreiber in allen US-Fertigungsindustrien, um die Wettbewerbsfähigkeit sowohl auf dem heimischen als auch auf dem globalen Markt zu stärken. Bei den jährlichen Roboterinstallationen haben die USA die Republik Korea vom dritten Platz abgelöst.

Koreas Roboter-Markt verliert an Dynamik

Die jährlichen Roboterinstallationen in der Republik Korea gingen um fünf Prozent zurück – 2018 wurden rund 38.000 Einheiten verkauft. Der Robotermarkt hängt stark von der Elektronikindustrie ab, die ein schwieriges Jahr hatte. Dennoch sind die Installationen seit 2013 im Durchschnitt pro Jahr um zwölf Prozent gestiegen.

Deutschland unter den Top 5

Deutschland ist der fünftgrößte Robotermarkt weltweit und die Nummer eins in Europa, gefolgt von Italien und Frankreich. Im Jahr 2018 stieg die Zahl der verkauften Roboter um 26 Prozent auf fast 27.000 Einheiten – ein neuer Rekord. Angetrieben werden die Installationen hauptsächlich von der Automobilindustrie.

Autoindustrie setzt auf digitale Produktion

Die Automobilindustrie ist nach wie vor der weltweit größte Anwender von Robotern mit einem Anteil von fast 30 Prozent am Gesamtangebot (2018). Nach einem sehr starken Jahr 2017 mit einem Anstieg der Installationen um 21 Prozent wurde dieses Niveau gehalten und 2018 leicht um zwei Prozent erhöht. Investitionen in neue Automobilproduktionskapazitäten und in die Modernisierung haben die Roboter-Nachfrage beflügelt. Der Einsatz neuer Materialien, die Entwicklung energieeffizienter Antriebssysteme und der starke Wettbewerb auf allen wichtigen Automobilmärkten führten zu Investitionen. 79 Prozent der Installationen von Industrierobotern fanden dabei in fünf Schlüsselmärkten statt: China (39.351 Einheiten), Japan (17.346 Einheiten), Deutschland (15.673 Einheiten), die Vereinigten Staaten (15.246 Einheiten) und die Republik Korea (11.034 Einheiten). Interessant: Indien, nach der OICA-Produktionsstatistik viertgrößtes Fahrzeugherstellerland der Welt, hat nur knapp 2.100 Industrieroboter in seiner Automobilindustrie installiert.

Elektronikindustrie verlangsamt Wachstum

Die Elektro- und Elektronikindustrie stand kurz davor, die Automobilindustrie als wichtigsten Kunden für Industrieroboter im Jahr 2017 zu ersetzen. Im Jahr 2018 ging die weltweite Nachfrage nach elektronischen Geräten und Komponenten jedoch deutlich zurück. Diese Branche ist wahrscheinlich am stärksten von der Handelskrise zwischen den USA und China betroffen, da die asiatischen Länder bei der Herstellung elektronischer Produkte und Komponenten führend sind. Roboterinstallationen in dieser Branche sanken um 14 Prozent von ihrem Höchststand mit rund 122.000 Einheiten im Jahr 2017 auf 105.000 Einheiten im Jahr 2018.  79 Prozent der gesamten Installationen in der Elektro- und Elektronikindustrie wurden in drei Ländern mit großen Produktionsstätten installiert: China (43 Prozent), Republik Korea (19 Prozent), Japan (17 Prozent). Vietnam verzeichnete 2017 einen einmaligen Anstieg der Installationen, der von einigen Großprojekten (7.080 Einheiten) getragen wurde, aber 2018 (689 Einheiten) zurückging.

Metall- und Maschinenbau in Österreich stark

Die Metallindustrie und der Maschinenbau etablierten sich als drittgrößte Kundenindustrie. Im Jahr 2018 machten Installationen zehn Prozent der Gesamtnachfrage aus. Sowohl Hersteller von Metallprodukten (ohne Automobilteile) als auch Hersteller von Industriemaschinen haben in den letzten Jahren erheblich in Roboter investiert. Die Installationen stiegen 2018 auf rund 43.500 Einheiten. Das ist ein Prozent weniger als im Rekordjahr 2017 (44.191 Einheiten). Die Metallindustrie war die größte Abnehmerindustrie in Finnland (44 Prozent), Schweden (42 Prozent), der Schweiz (40 Prozent), Belgien (30 Prozent), Österreich (27 Prozent), Italien (26 Prozent) und Dänemark (21 Prozent).

Hinweis zur Grafik: Im IFR-Report liegt Singapur mit 831 Robotern je 10.000 Beschäftigten noch vor Südkorea. Für diese Grafik hat Statista.de nur Flächenstaaten abgebildet. Grund: Der Vergleich Stadtstaat (Singapur, Industrieanteil am BIP 25 Prozent) versus Flächenstaat (Südkorea, Industrieanteil am BIP 39 Prozent) schien Statista nur begrenzt aussagekräftig.

 

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FR presents World Robotics Industrial Robots