Freizeit-Monitor 2019: So verbringen die Deutschen ihren Feierabend

13.September 2019

Fernsehen bleibt unter deutschen Bundesbürgern unangefochten die Freizeit-Beschäftigung Nummer 1. Überhaupt ist nach der Arbeit Indoor eher angesagt als Outdoor, heißt es in der Erhebung der Hamburger BAT-Stiftung für Zukunftsfragen. Schlüsse auf österreichische Vorlieben sind  wissenschaftlich nicht gestützt

Leitmedium der Bundesbürger bleibt hierbei nach wie vor das Fernsehen. Nahezu jeder Deutsche (94 Prozent) schaltet regelmäßig – d.h. wenigstens einmal pro Woche – in die Programme der öffentlich-rechtlichen und privaten Sendeanstalten. Von hoher Beliebtheit sind zudem das Radiohören (88 Prozent) und Telefonieren von daheim (87 Prozent) – knapp gefolgt von Musikhören (83 Prozent), im Internet surfen (81 Prozent) und dem Telefonieren mit dem Smartphone (73 Prozent).

Smartphone wird wichtiger

Die Nutzung des Smartphones für andere Aktivitäten ist mittlerweile ebenfalls für eine Mehrheit der Bevölkerung (57 Prozent) selbstverständlich. Die Beliebtheit des Chattens, Spielens oder Surfens mit dem Mobiltelefon hat sich allein in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt und die Bürger verbringen ihre Freizeit immer häufiger online. Demnach ist es laut der Studie nur noch eine Frage der Zeit, bis die digitalen Medien die Spitzenplätze erreichen.

Zeitungslesen stoppt Abwärtstrend

Erstmals seit Jahren bleibt der Anteil der Zeitungsleser im Vergleich zum Vorjahr konstant, während der Anteil der regelmäßigen Social-Media-Nutzer im Jahresvergleich zu 2018 sogar leicht rückläufig war. Das Angebot vieler Zeitung, ihre Inhalte auch digital anzubieten, zeigt erste Erfolge. Gelesen wird nicht mehr nur am Frühstückstisch, sondern wann und wo es gerade passt.

Immer weniger Aktivitäten mit Freunden

Auffällig bleiben die geringen Erholungs- und Sozialzeiten in der Freizeit der Deutschen. So werden nur noch lediglich drei soziale Aktivitäten von der Mehrheit der Bevölkerung regelmäßig ausgeübt, wobei weniger Bürger Zeit mit dem Partner verbringen oder über wichtige Dinge reden als noch vor fünf Jahren. Und auch regenerative Aktivitäten wie „Seinen Gedanken nachgehen“, Ausschlafen oder „Sich in Ruhe pflegen“ finden seltener statt als in der Vergangenheit.

@ Stiftung-fuer-Zukunftsfragen

Freizeit fast durchgängig in den eigenen vier Wänden

Der Wunsch, seine Freizeit regelmäßig beim Sport, im Park, im Kino oder im Theater zu verbringen, ist mehr Fantasie als Realität. Fast sämtliche von der Mehrheit der Bevölkerung ausgeübte Freizeitaktivitäten finden daheim statt. Einzige Ausnahmen sind die Nutzung des Smartphones sowie die mit dem Partner verbrachte Zeit. Doch auch diese Aktivitäten werden zunehmend zu Hause wahrgenommen.

Nur ein Drittel betreibt einmal pro Woche Sport

Wenigstens einmal pro Woche sportlich aktiv ist lediglich etwa jeder Dritte (35 Prozent), jeder Vierte beschäftigt sich mit Gartenarbeit (25 Prozent) und nur jeder Sechste unternimmt etwas mit Freunden oder ist in einem Verein aktiv (jeweils 17 Prozent). Ins Restaurant, die Kneipe, die Kirche, zum Stammtisch oder zum Shopping in die Geschäfte zieht es sogar nicht einmal jeden zehnten Bürger regelmäßig. Kulturelle Veranstaltungen werden noch deutlich seltener besucht. So gehen nur drei Prozent wenigstens einmal pro Monat auf ein Konzert, vier Prozent gehen ins Theater und fünf Prozent finden den Weg in ein Museum.

10 Fakten zum Freizeit-Verhalten 

  • Netflix und Co.:Mehr als jeder Fünfte schaut mittlerweile regelmäßig (= wenigstens einmal pro Woche) Serien und Filme über Streaming-Anbieter wie Amazon Prime, Netflix, Maxdome oder Sky.
  • Gesundheit: Fast jeder zweite Ruheständler tut jede Woche etwas für die eigene Fitness/Gesundheit – in keiner anderen Lebensphase ist der Wert höher.
  • Freunde: 17 Prozent der Deutschen treffen sich wöchentlich persönlich mit Freunden, dreimal so viele (51 Prozent) halten den Kontakt über Facebook, Instagram und Co.
  • Shopping: Frauen unternehmen fast doppelt so häufig einen Shoppingbummel wie Männer (11 Prozent-6 Prozent); Männer kaufen dafür häufiger online ein (8 Prozent-7 Prozent).
  • Sex: Nur etwa jeder zweite Bundesbürger (52 Prozent) hat wenigstens einmal pro Monat Sex. Vor fünf Jahren waren es noch 56 Prozent.
  • Ehrenamt: Jeder Fünfte ist wenigstens einmal pro Monat ehrenamtlich engagiert (20 Prozent) und jeder Dritte (33 Prozent) leistet nachbarschaftliche Hilfe.
  • Kultur: Vier Prozent gehen wenigstens einmal pro Monat in ein Theater, die Oper, Ballett oder ein klassisches Konzert, 14 Prozent ins Kino und 28 Prozent zu einer Sportveranstaltung.
  • Kirche: Jeder dritte Westdeutsche geht niemals in die Kirche (31 Prozent). Im Osten sind es mehr als doppelt so viele, die niemals einen Gottesdienst besuchen (71 Prozent).
  • Langeweile: Fast jeder dritte junge Erwachsene (31 Prozent der 18 bis 24-Jährigen) langweilt sich oftmals in seiner Freizeit und weiß nicht, was er tun soll – im Bundesdurchschnitt sind es nur 18 Prozent.
  • Singles: Mehr als drei Viertel aller Singles (76 Prozent) haben das Gefühl, nicht genügend Freizeit zu haben (Gesamtbevölkerung: 56 Prozent). Gleichzeitig gibt fast jeder Zweite (47 Prozent) zu, in der Freizeit oftmals nicht den eigenen Hintern hochzubekommen (Gesamtbevölkerung: 40 Prozent).

 

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