Autoindustrie: Gewinne und Pkw-Verkäufe rückläufig

06.September 2019

Im zweiten Quartal 2018 ging der Gesamtgewinn der sechzehn größten Autokonzerne der Welt um 18 Prozent zurück. Die deutsche Autokonzerne punkten mit stärkstem Umsatzplus.

In Summe führten die rückläufige Absatzzahlen in allen wichtigen Märkten zu einem weltweiten Absatzminus von fünf Prozent. Nur vier Unternehmen verkauften mehr Neuwagen als vor einem Jahr: Mitsubishi, Honda, Toyota und BMW. Die stärksten Absatzrückgänge verzeichneten die US-Hersteller (minus 9 %) und die französischen Konzerne (minus 10 %). Im Ranking der absatzstärksten Autokonzerne lag Toyota aufgrund eines Absatzwachstums von vier Prozent leicht vor Volkswagen (minus 2 Prozent). Das sind Ergebnisse einer Analyse der Finanzkennzahlen der 16 größten Autokonzerne der Welt, die die Prüfungs- und Beratungsorganisation EY quartalsweise erstellt.

Umsätze leicht im Steigen

Beim Umsatz konnte die Mehrzahl der Unternehmen hingegen, vor allem dank des SUV-Booms, zulegen. Insgesamt stieg der Umsatz der Unternehmen um 1,3 Prozent und erreichte damit einen neuen Höchststand. Das stärkste Wachstum schafften die deutschen Hersteller mit einem Umsatzplus von 5,2 Prozent vor den französischen Konzernen (4,7 %). Rückläufig war der Umsatz der US-Unternehmen (minus 3 %) und der japanischen Hersteller (minus 1,3 %). Umsatzweltmeister war im zweiten Quartal Volkswagen vor Toyota.

China: Von der Cash Cow zum Problemmarkt

Aufgrund der aktuellen Absatzflaute drohen nun Überkapazitäten, fürchtet EY: Die derzeitigen Absatzrückgänge kämen relativ unerwartet. Vor allem der schrumpfende chinesische Markt hätte einige Anbieter auf dem falschen Fuß erwischt. Das haben vor allem die französischen und US-amerikanischen Autobauer zu spüren bekommen, deren Absatz im Reich der Mitte im zweiten Quartal um 14 bzw. 55 Prozent einbrach.

Deutsche Konzerne verteidigen Position

Ungeachtet der aktuell insgesamt schwachen Gewinnsituation der deutschen Automobil-Konzerne erfreuen sich ihre Produkte weltweit weiter großer Beliebtheit: So hielt sich das Absatzminus mit zwei Prozent in Grenzen – gerade im Vergleich zur Konkurrenz aus den USA und Frankreich. Der Rückgang sei zudem teilweise auf die mangelnde Verfügbarkeit von Modellen und anstehende Modellwechsel zurückzuführen, so dass im zweiten Halbjahr durchaus wieder ein Absatzplus möglich sei, erwartet EY. Die deutschen Konzerne haben zuletzt in großem Stil Altlasten aus der Bilanz geräumt – Themen wie die Dieselkrise, Kartellvorwürfe, Rückrufe wegen defekter Airbags und die WLTP-Umstellung haben in den vergangenen Jahren zu erheblichen Gewinneinbußen geführt. Operativ läuft es bei den deutschen Herstellrn laut EY weiterhin nicht schlecht: Sie gewännen weltweit Marktanteile, kämen bei der Elektrifizierung der Modellpalette voran und würden mit harten Sparmaßnahmen auch die Kosten wieder senken.

Brexit und China

Einen Strich durch die Rechnung könnte allerdings die unsichere politische Lage machen: So werde ein harter Brexit immer wahrscheinlicher, was voraussichtlich zu erheblichen Einbußen auf dem europäischen Absatzmarkt führen würde. Auch China bereite Sorgen: „In China sind die deutschen Autokonzerne trotz der aktuellen Marktschwäche derzeit noch gut unterwegs. Wenn der Handelsstreit mit den USA aber weiter eskaliert, wird das auch die deutsche Autoindustrie verstärkt zu spüren bekommen.“

 

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