E-Mobilität: So profitieren Sie von den staatlichen Förderungen

03.Juli 2019

Für die Jahre 2019 und 2020 steht das zweite Paket für mehr E-Mobilität bereit, das Förderungen für Unternehmer und Private vorsieht. Eva Pernt, Partnerin der Wiener Kanzlei Artus, beschreibt in in ihrem Newsletter den Weg zu den Fördertöpfen. 

Das zweite E-Mobilitätsprogramm 2019–2020 mit einem Volumen von Euro 93 Mio wird vom Bund und von den Autoimporteuren finanziert. Die Abwicklung erfolgt über die Kommunalkredit Public Consulting (KPC) und gilt sowohl für Betriebe als auch für Privatpersonen. Die Einreichung für die Förderaktion Elektro-PKW, die seit 1.3.2019 online möglich ist, verläuft in einem 2-stufigen Verfahren:

Online-Registrierung

Binnen 24 Wochen muss die Lieferung, Bezahlung und Zulassung des Fahrzeuges sowie die Antragstellung erfolgen. Ist das Fahrzeug bereits angemeldet und die Rechnung nicht älter als sechs Monate, kann die Anmeldung unmittelbar nach Registrierung erfolgen.

Benötigte Unterlagen für die Antragstellung

  • Rechnung(en) über die Anschaffung des Fahrzeuges
  • das unterfertigte Formular Rechnungszusammenstellung
  • Zulassungsbescheinigung
  • im Fall einer Leasingfinanzierung: Leasingvertrag inkl. Depotzahlung
  • einen Nachweis über den Einsatz von Strom aus 100 Prozent erneuerbaren Energieträgern
  • bei Installation einer Wallbox (Heimladestation): Rechnung und Bestätigung des ausführenden Elektroinstallateurs
  • Bei Anschaffung eines intelligenten Ladekabels: Rechnung über das intelligente Ladekabel

Voraussetzung für die Förderung ist die Gewährung eines (festgesetzten) E-Mobilitätsbonus der Autoimporteure.

Kleber und vierjährige Behaltedauer

Neben einem entsprechenden Aufkleber, der am geförderten PKW angebracht ist, gilt es zu beachten, dass die vierjährige Behaltedauer und der Nachweis über den Bezug von Strom aus ausschließlich erneuerbaren Energieträgern stichprobenartig kontrolliert wird.

Förderungen für Privatpersonen

Gefördert wird die Anschaffung von Elektro-PKW, E-Mopeds/Motorräder und E-Transporträder. Voraussetzung ist, dass die Fahrzeuge mit aus Strom erneuerbaren Energieträgern betrieben werden müssen. Hybridfahrzeuge mit Dieselantrieb sind ausgeschlossen. Die vollelektrische Reichweite des PKW muss mindestens 50 km betragen. Der Brutto-Listenpreis (Basismodell ohne Sonderausstattung) des PKW darf 50.000 Euro nicht überschreiten.

  Bundesförderung für E-Fahrzeug
€ 1.500 Elektro- und Brennstoffzellen
€ 750 Plug-In-Hybrid und Range Extender + Reichweitenverlängerer
€ 500 E-Motorrad
€ 350 E-Moped
€ 200 E-Transportrad
  Bundesförderung für E-Ladestation
€ 200 Intelligentes Ladekabel
€ 200 Wallbox (Heimladestation in Ein-/Zweifamilienhaus)
€ 600 Wallbox in Mehrparteienhaus

Nur in Niederösterreich

Für die Anschaffung reiner Elektro-PKWs zur Privatnutzung, die in Niederösterreich angemeldet werden, gibt es zusätzlich eine Landesförderung NÖ bis zu Euro 1.000!

Förderungen für Betriebe

Förderungsmittel werden für alle Unternehmen und sonstige unternehmerisch tätige Organisationen bereitgestellt. Die Förderhöhe ist ident mit jener der Privatpersonen, wobei der Bruttolistenpreis  60.000 Euro nicht (privat 50.000 Euro) überschreiten darf.

Steuerliche Vorteile

Aus steuerlicher Sicht sprechen mehrere Gründe für den Umstieg auf Elektromobilität. Neben dem Entfall der Normverbrauchsabgabe (NoVA) und der motorbezogenen Versicherungssteuer bestehen noch folgende Vorteile:

  • Vorsteuerabzug für E-PKW bei Unternehmern: Erwirbt ein Unternehmer ein Elektroauto (CO2-Emissionswert von 0g/km), besteht seit 2016 die Möglichkeit zum Vorsteuerabzug, welcher sowohl die Anschaffungskosten oder die Leasing-Aufwendungen als auch die laufenden Betriebskosten umfasst.
  • Für Vorsteuerabzug nicht über 80.000 Euro: Übersteigt der Anschaffungspreis eines Elektroautos Euro 80.000 inkl USt, entfällt die Möglichkeit zum Vorsteuerabzug zur Gänze. Bei Anschaffungskosten zwischen Euro 40.000 und Euro 80.000 brutto steht zwar der volle Vorsteuerabzug zu, jedoch erfolgt für den Euro 40.000 übersteigenden Teil im Jahr der Anschaffung eine aliquote Korrektur mittels Eigenverbrauch. Kleinunternehmer oder unecht steuerbefreite Unternehmer (z.B. Ärzte) können keine Vorsteuern in Abzug bringen.

Vorsteuerabzug für betriebliche Ladestation

Für die Anschaffung einer betriebseigenen Ladestation für Elektroautos steht der volle Vorsteuerabzug zu. Die Aufwendungen für Strom als Treibstoff von reinen Elektrofahrzeugen sind grundsätzlich in voller Höhe vorsteuerabzugsfähig.

Kein Sachbezugswert

für Mitarbeiter Für die Privatnutzung eines Elektro-Dienstfahrzeuges entfällt der Sachbezug (bei PKW 1,5 Proazent oder 2 Prozent der Anschaffungskosten). Dies führt zu einer Einsparung der Lohnnebenkosten beim Dienstgeber und einer Erhöhung des Nettogehalts bei den Mitarbeitern (Reduktion der Bemessungsgrundlage max 960 Euro/Monat). Werden private E-Fahrzeuge beim Arbeitgeber unentgeltlich geladen, liegt kein Sachbezug vor.

  Elektro-PKW PKW mit Verbrennungsmotor
Netto-Listenpreis 33.583 33.583
Händlerförderung –1.500  
20 % USt 0 6.717
NoVA 0 2.588
Brutto-Listenpreis 32.083 42.888
Bundesförderung –1.500  
Endpreis 30.583 42.888
Differenz/Ersparnis 12.305  

Eine zusätzliche Ersparnis ergibt sich durch Wegfall der motorbezogenen Versicherungssteuer von 429 Euro p.a. und eine Ersparnis an Treibstoffkosten, da die Stromkosten (durchschnittliche kWh 0,4 Euro) deutlich unter den Benzinkosten liegen.

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