Steuer: Die Skepsis der Finanz vor privater Nutzung

27.Mai 2019

Die Finanz schaut genau: Wenn Einzelunternehmer Betriebsvermögen für private Zwecke einsetzen – und sei es auch nur vorübergehend, dann ist dies als Nutzungsentnahme zu berücksichtigen. Hübner & Hübner informieren.

Ist ein Wirtschaftsgut dem Betrieb zuzuordnen (= Betriebsvermögen), so sind die mit diesem Wirtschaftsgut in Zusammenhang stehenden Einnahmen und Ausgaben sowie Wertänderungen steuerlich zu erfassen.
Eine bloß vorübergehende Nutzung dieses Wirtschaftsgutes für private Zwecke nimmt diesem nicht die Betriebsvermögenseigenschaft. Aber Achtung, wenn die private Nutzung eine bestimmte Grenze (z.B. 50 Prozent bei beweglichen Wirtschaftsgütern) übersteigt, liegt kein Betriebsvermögen mehr vor. Dann gilt das Gut als Privatvermögen, was wiederum deutliche Auswirkungen auf die Abschreibungen hat.

Verringerte Abschreibungen

Wird Betriebsvermögen auch teilweise privat verwendet, ist dies in Form einer Nutzungsentnahme zu berücksichtigen. Die Bewertung der Nutzungsentnahme erfolgt mit dem entsprechenden Anteil an den Betriebsausgaben. Es sind daher die auf die Privatnutzung entfallenden Beträge an Abschreibungen, Reparaturen, Betriebskosten sowie Finanzierungsaufwendungen u.a. als Entnahmewert anzusetzen.

Umsatzsteuer bei privater Nutzung

Werden Gegenstände, für die Unternehmer den vollen oder teilweisen Vorsteuerabzug geltend gemacht haben, für private Zwecke verwendet, unterliegt diese Verwendung der Umsatzsteuer. Bemessungsgrundlage dafür sind die auf die Nutzung des Gegenstandes entfallenden effektiven Kosten. Dazu zählt neben den laufenden Betriebskosten auch die anteilige Absetzung für Abnutzung. Die Kosten sind um solche, bei denen kein Vorsteuerabzug möglich ist, zu kürzen.

 

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