Vorarlberg: Aktion „Sicher vermieten“ soll leerstehende Wohnungen mobilisieren

24.April 2019

Die Vorarlberger Landesregierung möchte mit einem „zweiten Anlauf“ dem Projekt „Sicher Vermieten“ zu mehr Zulauf verhelfen. Ziel des Projekts ist es, Eigentümer leer stehender Wohnungen zum Vermieten zu bewegen.

Das soll den Wohnungsmarkt entlasten und Wohnen in Vorarlberg damit leistbarer machen, erklärten Landeshauptmann Markus Wallner und Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser (beide ÖVP).

2.000 leerstehende Wohnungen

Laut einer 2018 im Auftrag des Landes durchgeführten Studie könnten rund 2.000 leer stehende Wohnungen in Vorarlberg kurzfristig vermietet werden. Geschätzte weitere 2.000 bis 4.000 kämen dazu, wenn sich die bundesrechtlichen Rahmenbedingungen ändern würden. Die Eigentümer insbesondere der rasch verfügbaren Wohnungen sollen durch „Sicher Vermieten“ für eine Vermietung gewonnen werden.

Unterstützung für Vermieter

Ein zu kompliziertes Mietrecht, Angst vor Ärger mit den Mietern oder steuerliche Gründe gehören laut Wallner zu den Hauptgründen, die einer Vermietung vielfach im Weg stehen. Um hier entgegenzuwirken, übernimmt im Rahmen von „Sicher Vermieten“ die Vorarlberger Gemeinnützige Wohnbau- und SiedlungsgmbH (Vogewosi) die Abwicklung der Mietverträge, die Eigentümervereinigung bietet Rechtsberatung an, und das Land steht für eine Art Ausfallsbürgschaft gerade: Wenn Mieten auch nach Ausschöpfung aller Möglichkeiten nicht eintreibbar sind, springt das Land ein, um den Vermieter schadlos zu halten. Das sei bisher aber glücklicherweise noch nie nötig gewesen, so Rüdisser. Im Gegenzug sind die Mietpreise mit 7,14 Euro pro Quadratmeter in kleineren Gemeinden bzw. 8,03 Euro pro Quadratmeter in Gemeinden ab 10.000 Einwohnern gedeckelt.

Bekanntheit soll gesteigert werden

Das Projekt startete 2016 in Dornbirn und wurde inzwischen auf das ganze Land ausgeweitet. In der Pilotphase haben sich laut Wallner zwei Schwächen gezeigt, die nun behoben werden sollen: Einerseits soll ein Koordinator das Projekt stärken, andererseits soll ihm eine Medienkampagne zu mehr Bekanntheit verhelfen. Koordinator Rudolf Erath ist seit drei Wochen im Landhaus für die Weiterentwicklung von „Sicher Vermieten“ zuständig und Ansprechpartner für alle Interessierten. Neu ist außerdem, dass „Sicher Vermieten“ auch für Einfamilienhäuser nutzbar ist.

Bislang 30 Wohnungen mobilisiert

Seit 2016 sind über „Sicher Vermieten“ gut 30 Wohnungen zur Vermietung gelangt. Das entspreche immerhin drei Kleinwohnanlagen, die sonst hätten gebaut werden müssen, so Rüdisser. „Wenn nur etwa zehn Prozent des Leerstandes – also 200 Wohnungen – auf den Markt kämen, würden wir uns 20 bis 25 Millionen Euro an Wohnbauförderung sparen“, rechnete er vor. Außerdem sei die Vermietung der leer stehenden Wohnungen auch im Sinne der effizienten Nutzung von Grund und Boden. Das Gesamtbudget für „Sicher Vermieten“ ist für heuer mit 100.000 Euro veranschlagt. (APA)

 

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