Wifo/IHS: Konjunkturdämpfer lässt schon im Sommer nach

02.April 2019

Der aktuelle Konjunkturdämpfer, der Österreichs Wirtschaft 2019 an Fahrt verlieren lässt, dürfte aus Sicht der Wirtschaftsforscher schon im Sommer wieder nachlassen und zu höheren Quartalswachstumsraten führen.

Der Abschwung kommt von Industrie, Exporten und geringeren Investitionen, im Dienstleistungssektor läuft es gut, so Wifo und IHS . Und: Österreich steht besser da als Deutschland.

Jammern auf hohem Niveau

„Wir sind immer noch ganz brav unterwegs“, meinte Wifo-Chef Christoph Badelt bei der Vorlage der neuen Prognose, wonach die Wirtschaft heuer real nur um 1,7 Prozent wachsen wird, statt um 2,0 Prozent, wie noch im Dezember angenommen. Das Institut für Höhere Studien (IHS) senkte seine Vorhersage von 1,7 auf 1,5 Prozent, für 2020 ließ man die Prognosen mit +1,8 bzw. +1,6 Prozent gleich. 2018 hatte das Plus noch 2,7 Prozent betragen.

Exporte lassen nach – bleiben aber im Wachtsumplus

Vor allem die Zuwächse im Außenhandel schmelzen heuer stark zusammen, hier haben die Experten ihre Annahmen am stärksten gesenkt – bei Exporten wie Importen. Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) erwartet für heuer dennoch noch einen kleinen Wachstumsbeitrag von der Außenwirtschaft. Die gute Investitionsnachfrage in den USA und die dynamische Entwicklung in Ostmitteleuropa sorgen weiterhin für eine solide Auftragslage. Das IHS sieht kein Wachstum mehr.

Arbeitslosigkeit unter Älteren verfestigt sich

Positiv in der neuen Prognose: Die schrittweise Entspannung am heimischen Arbeitsmarkt setzt sich heuer noch fort. Aufgrund der hoher Arbeitsintensität der Dienstelistungsbranche tendiert die Beschäftigung im Prognosezeitraum weiter aufwärts und wird lediglich durch den Abschwung der Industriekonjunktur etwas gedämpft. Die Arbeitslosigkeit sinkt 2019 noch. 2020 wird die recht hohe Arbeitskräftenachfrage, die mittlerweile für eine Verringerung der Arbeitslosigkeit gebraucht wird, nicht mehr erreicht. Die Experten warnen aber speziell vor Problemen bei älteren Arbeitnehmern und überhaupt einer Verfestigung von Arbeitslosigkeit. Die Inflation dürfte vor allem 2019, aber auch 2020, stärker nach unten gehen als bisher gedacht. (APA)

 

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