Umbruch: Wie sich die Luftfahrt in den kommenden Jahren verändern wird

08.März 2019

Die Zusammenschlüsse von Fluglinien in Europa werden laut Ryanair-Chef Michael O’Leary weitergehen. Am Ende der Konsolidierung werde es nur noch fünf Airline-Gruppen geben. 

Die Überlebenden werden die Lufthansa, Air France/KLM, IAG, Easyjet und Ryanair selbst sein, sagte O’Leary auf einer Konferenz in Brüssel. Die Bereinigung des Marktes könnte auch auf andere Art weitergehen.

Zustimmung

Lufthansa-Chef Carsten Spohr sagte, es gebe zu viele Fluglinien, weshalb es weitere Pleiten geben werden. Zuletzt stellt Germania den Betrieb ein – davor auch eine Reihe von kleineren Anbietern in Europa. Größte Pleite in Deutschland in der Branche war die von Air Berlin 2017.

IAG bietet nicht mehr für Norwegian Air Shuttle

Der Chef der British-Airways-Mutter IAG hält ein erneutes Gebot für den Billiganbieter Norwegian Air Shuttle für unwahrscheinlich. Er würde aber „niemals nie“ sagen, sagte IAG-Chef Willie Walsh in Brüssel. Nach gescheiterten Übernahmeverhandlungen hatte IAG seine Beteiligung an dem Billigflieger verkauft. Norwegian konkurriert mit der IAG-Tochter „Level“, die Walsh zufolge auch nach Skandinavien expandieren könnte.

Desaster durch Flugverspätungen

Der europäische Branchenverband Airlines for Europe (A4E) hat 2018 bei Flugverspätungen als „eines der schlimmsten“ der vergangenen zehn Jahre bezeichnet. Schuld für die vielen Probleme seien Personalmangel, Streiks und „eine insgesamt ineffiziente EU-Luftraumstruktur“, kritisierte der in Brüssel ansässige Verband am Mittwoch.

Schnell wachsender Luftverkehr

Nach Angaben der europäischen Flugsicherung Eurocontrol nahm der Luftverkehr 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 3,8 Prozent zu, während sich die Gesamtdauer der Verspätungen mehr als verdoppelte. 334 Millionen Fluggäste waren demnach von Verspätungen und Annullierungen betroffen. Branchenverband A4E bezifferte den wirtschaftlichen Schaden dadurch auf 17,6 Mrd. Euro.

Reform ist zwingend

„Die Reform des ineffizienten europäischen Flugverkehrsmanagements“ müsse daher auf nationaler und europäischer Ebene zu einer „politischen Priorität“ werden, erklärte A4E-Chef Thomas Reynaert.

Sicherheitsprobleme werden mehr

Konkrete Forderungen der Fluggesellschaften betreffen etwa die Ausbildung von Fluglotsen und eine Harmonisierung und Zentralisierung der verschiedenen Systeme des Flugverkehrsmanagements. Auch sollte der Flugsicherungssektor bei Entschädigungszahlungen für Flugverspätungen und -ausfälle mit in die Verantwortung genommen werden. (APA)