Ein gutes Wirtschaftsjahr: Das österreichische BIP ist 2018 deutlich gewachsen

01.März 2019

Das österreichische BIP ist voriges Jahr real um 2,7 Prozent gewachsen. Das ist der kräftigste Zuwachs seit 2011 (+2,9 Prozent). Das Pro-Kopf-Einkommen kletterte auf 43.660 Euro.

Das österreichische BIP zu laufenden Preisen lag 2018 bei rund 386,1 Mrd. Euro, was einem Plus von 4,4 Prozent gegenüber 2017 entspricht, teilte die Statistik Austria auf Basis von vorläufigen WIFO-Berechnungen mit.

Industrie und Gewerbe liefern

Das reale Wachstum im Produzierenden Bereich entwickelte sich mit einem Plus von 4,6 Prozent deutlich kräftiger als im Dienstleistungsbereich, der real um 2,3 Prozent zulegte. Mit Ausnahme der Land- und Forstwirtschaft war in allen Branchen ein realer Wertschöpfungszuwachs zu beobachten.

Energiesektor legt am stärksten zu

Im produzierenden Sektor erzielten alle Branchen ein deutliches reales Wachstum. Am stärksten wuchs die Energie- und Wasserversorgung (real +7,8 Prozent), gefolgt von der Herstellung von Waren (inkl. Bergbau) mit einem Plus von 4,8 Prozent. Auch am Bau gab es einen realen Zuwachs der Bruttowertschöpfung (+2,6 Prozent).

Tourismus läuft rund

Im Dienstleistungssektor gab es das kräftigste Wachstum bei den Verkehrsdienstleistungen (real +5,5 Prozent). Dahinter folgte die Beherbergung und Gastronomie (real +4,2 Prozent) sowie die unternehmensnahen Dienstleistungen (real +4,0 Prozent).

Österreich bleibt Exportnation

Auf der Verwendungsseite kamen die kräftigsten Impulse von den Exporten (real +4,4 Prozent) und den Investitionsgütern (real +3,0 Prozent). Exportseitig fiel der Zuwachs bei den Waren (real +5,1 Prozent) deutlich stärker aus als bei den Dienstleistungen (real +2,7 Prozent). Bei den Bruttoanlageinvestitionen waren es vor allem die Maschinen (real +4,5 Prozent) und die Investitionen in immaterielle Güter (real +4,3 Prozent), die zum Wachstum beitrugen.

Konsum verliert an Dynamik

Die Entwicklung der Konsumausgaben fiel mit einem realen Plus von 1,2 Prozent etwas schwächer aus als 2017 (+1,4 Prozent). Das ist vor allem auf das deutlich gedämpfte Wachstum der Konsumausgaben des Staates zurückzuführen (real +0,2 Prozent, nach +1,5 Prozent 2017). Die Konsumausgaben der privaten Haushalte (real +1,6 Prozent) entwickelten sich 2018 hingegen ähnlich wie 2017 (real +1,5 Prozent).

Reale Lohnzuwächse

Das nominelle Arbeitnehmerentgelt (die Summe aller Geld- und Sachleistungen von Arbeitgebern an Arbeitnehmer) nahm 2018 um 4,7 Prozent zu. Bei einem nominellen BIP-Zuwachs von 4,4 Prozent bedeutet das für Bruttobetriebsüberschuss und Selbstständigeneinkommen einen ähnlich hohen Anstieg (+4,5 Prozent).

Immer mehr Menschen arbeiten immer mehr

Im Vorjahr leisteten auch mehr Menschen in Österreich mehr Arbeit: Die Zahl der Beschäftigungsverhältnisse erhöhte sich um 1,6 Prozent auf rund 4,74 Millionen. Gleichzeitig stieg die durchschnittlich geleistete Arbeitszeit je Beschäftigungsverhältnis um 0,1 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ergab sich somit ein um 1,7 Prozent gestiegenes Arbeitsvolumen (=Summe der geleisteten Arbeitsstunden). Diese Entwicklung bei den Erwerbstätigen bedeutete fürs Vorjahr eine Steigerung der Produktivität je geleisteter Arbeitsstunde um 1,0 Prozent. (APA)