Ablöse von Wohnrechten: Wie Sie die Erträge versteuern müssen

25.Februar 2019

Erlöse aus privaten Grundstücksveräußerungen werden im Gegensatz zu sonstigen Einkünften einem besonderen Steuersatz von 30 Prozent unterzogen. Bei der steuerlichen Behandlung von Wohnrechtsablösen ist dies von besonderer Bedeutung, wie die Kanzlei Hübner&Hübner unterstreicht.

Das Wohnungsgebrauchsrecht ist in der Regel ein höchstpersönliches, nicht übertragbares Recht ohne Wirtschaftsgutcharakter. Höchstpersönliche Rechte sind solche, die der Person „ankleben“ und auch mit ihr erlöschen. Zahlungen für den Verzicht auf ein höchstpersönliches Recht stellen daher sonstige Einkünfte dar, weil höchstpersönliche Rechte zivilrechtlich nicht übertragen werden können und deshalb kein selbständiges Wirtschaftsgut verkauft wird.

Zusammenhang mit der Grundstücksveräußerung

Das Bundesfinanzgericht (BFG) führte kürzlich aus, dass eine mit der Änderung des Kaufvertrages festgelegte Einmalzahlung für den Verzicht auf das Wohnrecht keine sonstigen Einkünfte darstellt, sondern im Zusammenhang mit der Grundstücksveräußerung zu sehen und somit beim Verkäufer als nachträglicher Veräußerungserlös zu bewerten ist. Daher will der Fiskus mit 30 Prozent bei dem Geschäft beteiligt werden, was jedoch in vielen Fällen weniger ist als der fällige Regelsatz für die Einkommenssteuer  (von 0 bis 55 Prozent).

Ein einheitlicher Vorgang

Hübner & Hübner machen darauf aufmerksam, dass der Umstand als einheitlicher Vorgang gewertet wird, wenn ein ehemaliger Grundstückseigentümer nachträglich sein vorbehaltenes Wohnrecht aufgibt und somit ein Zusammenhang mit einer früheren Veräußerung der Liegenschaft bzw. Wohnung besteht. In diesem Fall ist die Zahlung als Grundstücksveräußerung anzusehen und mit 30 Prozent Immobilienertragsteuer (ImmoESt) zu besteuern.

Alternative Einkommenssteuersatz

Ist der Veräußerer des Wohnrechtes jedoch nicht der frühere Grundstückeigentümer, so liegen im Falle des entgeltlichen Verzichts eines Wohnrechts sonstige Einkünfte vor, die mit dem Einkommensteuertarifsatz (von 0 Prozent bis 55 Prozent, abhängig vom Einkommen) zu besteuern sind.

 

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