Wandel: Onlinehandel lässt Anzahl stationärer Geschäfte schrumpfen

20.Februar 2019

Im Einzelhandel werden heuer erstmals seit 10 Jahren mehr Filialschließungen als Neueröffnungen erwartet. Hauptverantwortlich dafür wird der boomende Onlinehandel gemacht, geht aus einer Pressemitteilung der RegioData Resaerch GmbH hervor.

Gänzlich unbeeindruckt davon zeige sich der Lebensmittelhandel und die Gastronomie. Rund die Hälfte aller geplanten neuen Standorte entfallen auf diese beiden Branchen.

Zurückhaltendes Wachstum

In der Erhebung wurden über 800 Unternehmen nach ihren Expansionsplänen befragt. Dabei gaben rund 460 Unternehmen an, in diesem Jahr eine Expansion in Form einer Filialeröffnung durchführen zu wollen. Das sind rund 15 Prozent weniger als im Vorjahr und 40 Prozent weniger als vor 5 Jahren. Bilanziert man die für 2019 genannten Expansionswünsche mit den zu erwartenden Filialschließungen, wird heuer bei den Filalsystemen aus Handel und handelsnahen Dienstleistungen (Systemgastronomie, Banken, Reisebüros, Friseure, etc) erstmals seit 10 Jahren mehr aufgegebene Standorte als Neueröffnungen geben. Während es damals noch die Auswirkungen der Wirtschaftskrise waren, ist es jetzt der Onlinehandel, der zu Standortschließungen führt. Dementsprechend gilt dieser Trend nicht für jene Branchen, die vom Onlinehandel nicht oder kaum betroffen sind: Lebensmittel, Drogerien und Systemgastronomie.

Onlinehandel macht Druck

Als Hauptgrund für den allgemeinen Rückgang wird bei RegioData der stark wachsende Onlinehandel genannt. Onlineriesen wie Amazon oder Zalando dominieren den Handel in Österreich. Im Bekleidungshandel wird dennoch der größte Anteil der Neueröffnungen erwartet. Heuer sind rund 103 neue Standorte geplant, das sind um 59 Filialen weniger als im Vorjahr.

Systemgastronomie im Höhenflug

Die meisten Standorte sucht die Systemgastronomie. Nachdem die Österreicher und die Touristen Jahr für Jahr mehr Geld für die Gastronomie ausgeben, steigt das Potenzial stark und dementspre-chend die Möglichkeit der Expansion. Aber auch hier sind es nicht mehr nur die Großen, sondern sehr viele neue, kleine Unternehmen, die mit neuen Konzepten ihr Glück versuchen. Insgesamt 76 Gastronomiekonzepte suchen heuer neue Standorte

Verkaufsflächen werden kleiner

Für fast alle Branchen mit Expansionsdrang gilt: Es sind vor allem kleine spezialisierte Unternehmen mit geringer Verkaufsfläche (unter 200 Quadratmeter).

Lebensmittelhandel von eCommerce unbeeindruckt

Eine Ausnahme bilden Unternehmen der Lebensmittelindustrie. Hier expandieren sowohl umweltbewusste Bio-Läden als auch große Supermarktketten. Für 2019 sind 46 neue Standorte in Österreich geplant, geht aus der Erhebung hervor.

Lage zählt

Ein Großteil der Unternehmen (93 Prozent) sucht Filialen in der Nähe belebter Geschäftsstraßen oder großer Einkaufszentren. (APA/red)

 

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