Autos: Neue Messmethode zeigt um ein Viertel höheren Spritverbrauch

13.Februar 2019

Die Umstellung auf die realitätsnähere Messmethode WLTP zur Erfassung des Spritverbrauches eines Pkw hat den Verbrauch stärker steigen lassen als von der Branche erwartet.

Während man von einem Plus von 20 Prozent ausgegangen sei, seien es nun 26 Prozent, teilte der Verbraucherschutzverein (VSV) mit Verweis auf Zahlen des deutschen Autoexperten Axel Friedrich mit. Axel Friedrich ist Mitbegründer des „Internationalen Rats für sauberen Verkehr“, der den Diesel-Betrug ins Rollen brachte. Früher war er Abteilungsleiter im deutschen Umweltbundesamt.

Konzerne mit unterschiedlicher Performance

„Das führt uns vor Augen, wie falsch die bisherigen CO2-Angaben der Hersteller waren und wie massiv die Autofahrer in Bezug auf den Spritverbrauch getäuscht wurden“, kritisiert VSV-Obmann Peter Kolba. Besonders auffällig seien die Unterschiede zwischen den Automarken. So stiegen die Abweichungen gegenüber den offiziellen Hersteller-Angaben bei Audi auf 34 Prozent, bei Toyota auf 32 und bei BMW auf 31 Prozent. Bei Mercedes waren es hingegen nur 16 und bei Renault 14 Prozent Abweichung.

Was ist WLTP

Um diese Normverbräuche realitätsnäher zu gestalten, wurde die zugrunde liegende Test-Prozedur überarbeitet. Für die Typisierung von neuen Fahrzeugen ist der Verbrauch – und damit die CO2-Emissionen – nach der neuen Testprozedur WLTP zu ermitteln, die den bis dahin gültigen Zyklus NEFZ ersetzt. WLTP steht für „Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure“ und ist ein weltweit harmonisiertes Testverfahren für PKW und leichte Nutzfahrzeuge.

Damit war zu rechnen

Auch der ÖAMTC erwartet, dass durch die Umstellung der Testprozedur der angegebene Normverbrauch deutlich steigt. Da es hierbei um die Umstellung der Testprozedur im Labor geht, kommt es zu keiner Änderung der Verbräuche im Realbetrieb. Verbauch und Emission werden aber realitätsnaher angegeben und gemessen. (APA/red)