Brexit: Das sind die steuerlichen Auswirkungen von „no deal“

24.Januar 2019

Das BMF hat einen Überblick über die möglichen Brexit-Szenarien veröffentlicht. LBG Österreich hat die steuerlichen Auswirkungen analysiert. Begünstigungen wie der Familienbonus Plus fallen mit dem EU-Austritt Großbritanniens. 

Der Berxit kann ein geregelter EU-Austritt („deal“), die Verlängerung der Verhandlungsphase und Rücknahme des Austrittsgesuchs oder ein ungeregelter EU-Austritt („no deal“) sein.

Die steuerliche Rolle eines Drittstaates

Im Falle eines „ungeordneten“ Brexit per Ende März 2019 (d.h. ohne Austrittsabkommen und ohne „Übergangsphase“) wäre Großbritannien mit sofortiger Wirkung als Drittstaat zu behandeln – mit entsprechenden steuerlichen Konsequenzen für Unternehmen im Bereich der Ertragsteuern und der Umsatzsteuer sowie für Privatpersonen. Das Bundesministerium hat dafür eine umfangreiche Liste von betroffenen Steuerbereichen erstellt. Der NEWSROOM pickt exemplarisch die Änderungen im Bereich der Familienbegünstigungen heraus, die Kinder österreichischer Staatsbürger in Großbritannien betreffen.

Familienbonus Plus-Absetzbeträge

Für Kinder, die sich ständig im Vereinigten Königreich aufhalten, stehen folgende Absetzbeträge ab dem Brexit nicht mehr zu:

  • Kinderabsetzbetrag
  • Familienbonus Plus
  • Unterhaltsabsetzbetrag
  • Alleinverdienerabsetzbetrag
  • Alleinerzieherabsetzbetrag
  • Kindermehrbetrag

Meldung an das Finanzamt

Werden diese Absetzbeträge bereits im Zuge der laufenden Lohnverrechnung durch den Arbeitgeber berücksichtigt, muss deren Wegfall rechtzeitig dem Arbeitgeber bekannt gegeben werden, um spätere Nachforderungen durch das Finanzamt zu vermeiden. In allen Fällen, in denen Absetzbeträge zu Unrecht bezogen wurden, kommt es zu einer Richtigstellung im Zuge einer Pflichtveranlagung.

 

Mehr zum Thema

LBG Österreich zum Brexit

Bundesministerium für Finanzen