Wien: Neues Förderprogramm für innovative Produktion in der Stadt

15.Januar 2019

Mit dem Programm „Produktion in der Stadt“ fördert die Wirtschaftsagentur Wien Unternehmen, die neue Wege in der ressourcenschonenden Produktion beschreiten. Gesucht werden produzierende Unternehmen, die Digitalisierungsvorhaben haben oder Ideen für die Optimierung von Herstellungsverfahren und Organisationsabläufen umsetzen möchten.

Mit dem Call sollen jene Wiener Produktionsunternehmen bzw. produktionsnahe Dienstleistungsunternehmen unterstützt werden, die mit innovativen, auf F&E basierenden Entwicklungen im Bereich von Produkten, Verfahren und Dienstleistungen zur Ressourcenschonung und –einsparung beitragen. Der Einreichzeitraum reicht bis 10.04.2019.

Urbane Produktion mit hoher Wertschöpfung

In Wien beschäftigen die rund 8.500 produzierenden Unternehmen direkt 140.000 MitarbeiterInnen. Obwohl die klassische Industrie in der Stadt in den vergangenen Jahrzehnten merklich abgenommen hat, schaffen die bestehenden Unternehmen im Vergleich zu früher sogar eine insgesamt höhere Wertschöpfung. Urbane Produktion trägt wesentlich zum Wohlstand einer Stadt bei. Daher will die Stadt Wien mit dem „Fachkonzept Produktive Stadt“ langfristig Betriebszonen sichern und neue schaffen. Dies soll aber ressourcenschonend und nachhaltig passieren. Die Wirtschaftsagentur Wien hat in der Vergangenheit mit zwei spezifisch an Produktionsbetriebe gerichtete Calls („Pro Industry“) diese bei ihren F&E-Anstrengungen unterstützt.

Ressourcenschonend & innovativ

Urbane Produktion muss heute einen effizienten und optimierten Ressourcengebrauch beinhalten. Um dies zu erreichen, werden neue Wege der Produktion gesucht und unterstützt.

  • Forschung & Entwicklung: Durch neue Technologien können Produktionskonzepte, -prozesse weiterentwickelt, verbessert oder völlig neu gedacht werden. Ein Beispiel für die Chance zur radikalen Änderung von Produktionsprozessen ist etwa die Möglichkeit des 3D-Drucks für Industrieanwendungen. Weiters sind Ansätze wie das Konzept der Kreislaufwirtschaft, Open Hardware, vertikale Produktion oder Green Industry 4.0 zu nennen.
  • Industrie 4.0: Gesucht werden auch Synergieeffekte zwischen Produktion und Digitalisierung. So werden Unternehmen, die ein Digitalisierungsvorhaben mit Ressourcenschonungspotenzial aufweisen, im Rahmen der Ausschreibung angesprochen werden (Stichwort Predictive maintenance, Digital Twins als Digitalisierung von Produktionsprozessen, digitale Transformation von bestehenden Systemen).
  • Neue Materialien und Design: Weitere Chancen und Möglichkeiten bietet ergänzend die Materialwissenschaft (etwa nachwachsende Rohstoffe, biotheromodynamische Stoffeigenschaften oder Verpackungstechnologien) sowie Produktdesign (z.B. „from cradle to cradle“-Ansätze, modulare Produktion) zur Steigerung von Ressourceneffizienz.
  • Produktionsnahe Dienstleister: Angesprochen sind auch produktionsnahe Dienstleistungsunternehmen, die als ExpertInnen einen Beitrag und/oder ein Konzept zur Ressourcenschonung vorlegen können.

Spezifischer Fokus der Ausschreibung

Im Rahmen der Ausschreibung Produktion in der Stadt 2019 werden Forschungs- und Entwicklungsprojekte von Wiener produzierenden Unternehmen sowie produktionsnahen Dienstleistungsunternehmen gefördert. Gesucht werden Vorhaben deren Ziel eine effizientere Nutzung und/oder Schonung von räumlichen oder materiellen Ressourcen ist, um damit Produktion in der Stadt weiterhin zu ermöglichen.

Kooperationen zwischen Unternehmen und Instituten

Vorhaben müssen einen unmittelbaren Beitrag zur Ressourcenschonung leisten. Besonderes Augenmerk wird zudem auf Digitalisierungsvorhaben in der Produktion gelegt. Eine Einreichung von produzierenden Unternehmen gemeinsam         mit Forschungseinrichtungen und/oder produktionsnahen Dienstleistungsunternehmen wird im Sinne des Wissenstransfers und der Erhöhung des Umsetzungspotenzials von Konzepten zur Ressourcenschonung im Rahmen dieser Ausschreibung empfohlen (und kann zudem zu einer höheren Förderung führen).

Förderbare Kosten

Gefördert werden alle projektbezogenen Kosten wie etwa F&E-bezogene Personalkosten, die dem Unternehmen (bzw. den Kooperationspartnern im Falle einer gemeinsamen Einreichung) als interne oder externe Personalkosten anfallen oder aber projektbezogene Sach- und Materialkosten oder Investitionskosten. Für kleine und mittlere Unternehmen sind auch die Kosten, die im Zusammenhang mit dem Schutz der eigenen Forschungs- und Entwicklungsergebnisse stehen, förderbar.

Förderquote

Die Förderquote hängt von der Klassifikation der Forschungsklasse laut EU ab: Projektteile (Arbeitspakete), die der experimentellen Entwicklung (EE) zuzuordnen sind, unterliegen einer Förderintensität von 25% bei großen Unternehmen, 35% bei mittleren Unternehmen und 45% bei kleinen Unternehmen. Jene Projektteile (Arbeitspakete), die der industriellen Forschung (IF) zuordenbar sind, unterliegen einer Förderintensität von 50% bei großen Unternehmen, 60% bei mittleren Unternehmen und 70% bei kleinen Unternehmen. 

 

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Wirtschaftsagentur Wien