Steuerreform 2019: Umsatzsteuer auf E-Books wird halbiert

14.Januar 2019

Die Regierung will im Zuge der Steuerreform 2019 die Umsatzsteuer auf E-Books und andere digitale Publikationen auf zehn Prozent senken. Bisher kommt der ermäßigte Steuertarif nur bei gedruckten Büchern, Zeitungen und Zeitschriften zur Anwendung. 

Digitale Publikationen werden mit 20 Prozent besteuert. Nun sollen die Mehrwertsteuersätze harmonisiert werden, kündigte das Finanzministerium an.

EU-weiter Prozess

Die EU-Finanzminister hatten im Vorjahr den Weg für eine Angleichung der Mehrwertsteuersätze auf E-Books und gedruckte Bücher frei gemacht. Deutschland kündigte daraufhin eine Senkung der Mehrwertsteuer von 19 auf sieben Prozent an. Auch in Österreich soll die Steuer nun sinken, kündigte das Finanzministerium als Ergebnis der Regierungsklausur an.

Leichtere Administration

Die Regierung setze damit den unter österreichischer Ratspräsidentschaft geschafften Spielraum um, hieß es vom Finanzministerium. Neben einer Reduktion der Kosten für E-Publikationen für die Konsumenten erwartet sich das Finanzministerium davon auch einen Schritt zur Vereinfachung des Steuersystems für die Unternehmen. Denn durch die Angleichung erspare man sich künftig Abgrenzungs- und Aufteilungsschwierigkeiten bei kombinierten Produkten – etwa im Fall des Verkaufs einer Zeitschrift mit einem Online-Zugang.

Auch für E-Paper

Der ermäßigte Mehrwertsteuersatz soll den Angaben zufolge neben E-Books auch für andere digitale Publikationen (z.B. Zeitschriften als E-Paper) gelten.

Buchbranche und Printverleger erfreut

Buchbranche und Printverleger begrüßen die Mehrwertsteuer-Pläne der Regierung für E-Publikationen. Markus Mair, Präsident des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ) sprach von einem „dringend notwendigen Beschluss“, der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels sah einen „großen Erfolg für das Buch“, auch der Zeitschriftenverband zeigte sich erfreut. „Medienunternehmen verlegerischer Herkunft erhalten durch den zukünftig verminderten Mehrwertsteuersatz endlich die Möglichkeit, ihre Kombiangebote von Print und Online ökonomisch sinnvoller zu forcieren und auch die digitale Transformation besser zu meistern“, so Mair. Der Hauptverband des Buchhandels sieht eine langjährige Forderung erfüllt. Präsident Benedikt Föger erwartete sich in einer Aussendung „einen wichtigen Impuls für die Buchbranche“: E-Publikationen würden für die Konsumenten billiger, die Buch- und Medienwirtschaft werde von der Vereinfachung profitieren. (APA)