Monatliche Beitragsgrundlagen: Das ist das neue SV-Meldesystem

12.Dezember 2018

Mit dem Start der elektronischen monatlichen Beitragsgrundlagenmeldung mit 1.1.2019 wird das Melde- und Beitragssystem der Sozialversicherung in Österreich reformiert. Das bringt eine komplette Systemumstellung für die Dienstgeber und für alle im Personalwesen Beschäftigten. Die Wiener Kanzlei Artus hat die Änderungen analysiert.

Früher getrennte Meldebereiche (Versicherungszeitenmeldung, Beitragsabrechnung und Beitragsgrundlagenmeldung) werden mit der monatlichen Beitragsgrundlagenmeldung (mBGM) zusammengeführt.

So war es bisher

Im bisherigen Melde-und Beitragssystem werden die Beitragsgrundlagen und die Versicherungszeiten getrennt verwaltet und erst durch die Übermittlung des Jahreslohnzettels an die Sozialversicherung können die Beiträge den Versicherten zugeordnet werden (duales Systemdesign).

So  geschieht es ab Jahreswechsel

Die mBGM gilt immer für einen ganzen Beitragszeitraum (Kalendermonat) und ist für jeden Versicherten bis zum 15. des Folgemonats elektronisch zu übermitteln. Die einzelnen mBGM können für die Übermittlung zu Datenpaketen je Beitragskonto und Beitragszeitraum zusammengefasst werden.

Das ändert sich

  • Beitragsnachweis und Lohnzettel werden zu einer monatlichen Meldung zusammengeführt.
  • Die Anmeldung wird für den Arbeitgeber vereinfacht. Folgende Daten werden gemeldet:
    • Angeben zu Dienstgeber und des Dienstnehmers,
    • den Beginn der Beschäftigung,
    • Versicherungsumfang,
    • den Beschäftigungsbereich (Arbeiter, Angestellter, …),
    • Beginn der Abfertigung „Neu“ nach dem Betriebliche Mitarbeiter- und Selbständigenvorsorgegesetz (BMSVG) und
    • die Angabe, ob ein freier Dienstvertrag vorliegt.
      Alle anderen Meldungen zum Versicherungsverlauf erfolgen durch die monatliche Beitragsgrundlagenmeldung, wodurch eine Anmeldung erst mit der Übermittlung der ersten mBGM komplett wird.
  • Der Entfall von Änderungsmeldungen: Änderungen zum Versicherungsverlauf erfolgen durch die monatliche Beitragsgrundlagenmeldung. Änderung der persönlichen Daten geschehen durch Mitteilungen der Personenstandsbehörden oder dem Dienstnehmer selbst. Nur eine Adressenänderung müsste durch die neue „Adressmeldung Versicherter“ übermittelt werden. Diese Meldung ist auch immer bei der Erstanmeldung eines Dienstnehmers zu erstellen oder wenn die Adresse bei Wiederanmeldung abweichend von der ursprünglich gemeldeten ist.
  • Durch die mBGM kommt es zu einer raschen zeitnahen Bereitstellung der Beitragsgrundlagen für Pensionsversicherung und der betrieblichen Vorsorge.

Völlige Umstellung für das Personalwesen eines Unternehmens

In erster Linie bedeutet die Einführung der monatlichen Beitragsgrundlagenmeldung jedoch eine komplette Systemumstellung für die Dienstgeber, für alle im Personalwesen Beschäftigten, sowie die Lohnsoftwarehersteller und die Sozialversicherungsträger. Kurzfristig sei daher, wie bei jeder Systemumstellung bedingt durch die Softwareumstellung und erforderliche Schulungsmaßnahmen, mit einem entsprechenden Mehraufwand zu rechnen, so Artus.

 

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ARTUS