NÖ: So nützen Sie die Investitionsförderung Nahversorgung

20.November 2018

Das Land Niederösterreich fördert Nahversorger zahlreicher Branchen, um die Grundversorgung in ländlichen Gebieten zu sichern. Im Mittelpunkt stehen dabei Investitionen und Qualitätsverbesserungen.

Im Rahmen der „Investitionsförderung Nahversorgung“ werden Investitionen in Anlagegüter mit einem  Projektvolumen von € 10.000 bis € 750.000 durch einen Zuschuss unterstützt. Gefördert werden Projekte, die im Einklang mit den Strategien des Landes Niederösterreich zur Entwicklung des Wirtschaftsstandortes stehen. Unterstützt werden Investitionsprojekte von Nahversorgern zur Sicherung der Grundversorgung und zur Reduktion des Individualverkehrs in der Region durch kurze Einkaufswege

Zielgruppe

Antragsberechtigt sind kleine Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft sowie Gemeinden im Rahmen der privatwirtschaftlichen Verwaltung, die Güter des täglichen Bedarfes führen:

  • Mitglieder des Landesgremiums des Einzelhandels mit Lebens- und Genussmitteln der Wirtschaftskammer NÖ
  • Bäcker (und Konditoreien nur in Verbindung mit einem Bäckergewerbe und angeschlossener Bäckerfiliale)
  • Fleischhauer
  • Einzelhandel mit Textilbekleidung
  • Einzelhandel mit Schuhen incl. Orthopädietechnik
  • Einzelhandel mit Papier- und Kurzwaren sowie textilen Haushaltswaren
  • Einzelhandel mit Drogerie- und Parfümeriewaren
  • Einzelhandel mit Elektro-, Haus- und Küchengeräten (ausgenommen das Baunebengewerbe und der Audio- und Video- sowie Telekommunikationsbereich)

Die Unternehmen sind antragsberechtigt, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:

  • Jahresnettoumsatz (in allen Geschäftsbereichen) max. € 1.600.000,- pro Betriebsstätte
  • Lebensmitteleinzelhändler müssen ein Lebensmittelvollsortiment (Brot und Gebäck, Obst und Gemüse, Milch und Molkereiprodukte, Eier, Zucker, Reis, Fette und Öle, Tiefkühlwaren, Wurstwaren, Süßwaren, Getränke sowie Reinigungs- und Haushaltsartikel) führen
  • Öffnungszeiten mind. 5x wöchentlich
  • Verkaufsfläche max. 500 m² pro Betriebsstätte
  • Nicht mehr als 10 Betriebsstätten

Förderung

Die Förderung erfolgt durch einen Zuschuss in Höhe von maximal 10% (max. € 30.000) der förderbaren Kosten. Eine Kombination mit anderen Förderungen ist bis zur maximal zulässigen Förderintensität möglich.

Die maximal zulässige Förderintensität ist abhängig von Investitionsstandort (Regionalfördergebiet) und Unternehmensgröße. 

  Kein Regional-Fördergebiet Regional-Fördergebiet
Kleinunternehmen 20% 30%

Förderungskriterien

Die Investition muss der Sicherung der Grundversorgung und der Verbesserung der Lebensqualität in einer Gemeinde dienen. Es müssen Güter des täglichen Bedarfs im Ort erworben angeboten werden. Darüber hinaus steht die Verbesserung der Qualität des Angebots und des Erscheinungsbildes der Unternehmen im Fokus. Zusätzlich führt die Investition zur Sicherung von Arbeitsplätzen in der Region und reduziert den Individualverkehr durch kurze Einkaufswege.

Förderbare Kosten

Förderbar sind ausschließlich dem geförderten Projekt zurechenbare Erstinvestitionen, sofern sie aktiviert werden und direkt zu Ausgaben führen. Die Investition muss in dem betreffenden Fördergebiet mindestens fünf Jahre – bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) mindestens drei Jahre – nach Abschluss der Investition aufrechterhalten bleiben. Leasingverträge für Betriebsstätten oder Maschinen müssen die Form eines Finanzierungsleasings haben und die Verpflichtung enthalten, dass die FördernehmerInnen den Vermögenswert zum Laufzeitende erwerben.

Besondere Anforderungen für kleine Unternehmen

Für Förderungen, deren Förderintensität bei kleinen Unternehmen 20% überschreitet, gelten gesonderte Bestimmungen:

  • Bei Förderungen für grundlegende Änderungen des Produktionsprozesses müssen die förderbaren Kosten höher sein als die in den drei vorangegangenen Geschäftsjahren erfolgten Abschreibungen für die mit der zu modernisierenden Tätigkeit verbundenen Vermögenswerte. Bei Förderungen für die Diversifizierung der Produktion einer bestehenden Betriebsstätte müssen die förderfähigen Kosten mindestens 200% über dem Buchwert liegen, der in dem Geschäftsjahr vor Beginn der Arbeiten für die verwendeten Vermögenswerte verbucht wurde.
  • Der Fördernehmer muss entweder aus eigenen oder aus fremden Mitteln einen Eigenbetrag von mindestens 25% der förderfähigen Kosten leisten, der keinerlei öffentliche Förderung enthält.
  • Unternehmen im Transportsektor sind von diesen Förderungen ausgeschlossen.

 

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