Life Science in Österreich: So wird Gesundheit zum Wachstumstreiber

09.November 2018

Life Science Report Austria 2018 zeigt deutliches Wachstum bei Umsatz und Beschäftigten. Knapp 55.500 Personen erwirtschaften 22,4 Milliarden Euro.

Der Life Science-Sektor (Biotech-, Pharma- und Medizintechnik) hat 2017 einen Rekordwert von über 22 Milliarden Euro erwirtschaftet, das entspricht einem Anstieg von 17 Prozent und bereits 6,1 Prozent des heimischen BIP. Mehr als 900 Unternehmen (+ 11 Prozent) mit knapp 55.500 Mitarbeitern sind aktuell bereits in der Branche tätig. Zu diesem Ergebnis kommt der Life Science Report Austria 2018, der von der aws im Auftrag des Ministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort erstellt wurde.

Der Life Science-Sektor in Zahlen

Der Life Science-Sektor in Österreich besteht aus den Bereichen Medizintechnik, Biotechnologie und Pharma. Mit mehr als 550 Unternehmen und 26.630 Mitarbeitern ist die Medizintechnik der größte Bereich der Life Sciences. Die Anzahl der Unternehmen hat dabei seit der Erhebung 2014 um rund 14 Prozent zugelegt. Der Umsatz ist um 13 Prozent auf insgesamt 8,44 Milliarden Euro gewachsen.

Biotech hat sich verdoppelt

In der Biotechnologie hat die Zahl an Unternehmen seit 2014 klar zugenommen, seit 2010 hat sich die Anzahl sogar beinahe verdoppelt: 127 Unternehmen beschäftigen aktuell 1.830 Mitarbeiter, das entspricht einem Plus von rund 10 Prozent. Die Umsätze der österreichischen Biotechnologie-Unternehmen haben seit 2014 um 58 Prozent auf rund 313 Millionen Euro zugelegt. Mit 170,8 Millionen Euro werden mehr als die Hälfte des Umsatzes wieder in Forschung und Entwicklung investiert.

Pharma wächst unverändert

Im reinen Pharmasektor sind österreichweit 35 Unternehmen aktiv und beschäftigen insgesamt 3.600 Mitarbeiter, das entspricht einem Plus von 16 Prozent zum Vergleichszeitraum 2014. Dabei stellen sie einen bedeutenden Teil zum Wirtschaftsstandort bei: Die Umsätze der Branche sind seit 2014 um rund 30 Prozent gestiegen und betragen aktuell 1,4 Milliarden Euro.

21.000 Jobs in der Ausbildung

In Österreich gibt es 55 Forschungsstätten (Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen) im Bereich der Life Sciences. Mehr als 21.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen waren 2017 in der Forschung und Ausbildung tätig, die Anzahl der Studierenden ist auf mehr als 67.000 gestiegen. Das Life Science-Budget der Forschungseinrichtungen betrug zuletzt 1,55 Milliarden Euro. Mit 1,35 Milliarden Euro wird ein Großteil davon vom Bund zur Verfügung gestellt.

aws LISA schließt Finanzierungslücke

Innovativen Unternehmen stehen mit den aws Förderungsprogrammen LISA Preseed und LISA Seed   wichtige finanzielle Unterstützung in sehr frühen Unternehmensphasen zur Verfügung. Profitiert hat der Standort Österreich neben den finanziellen Initiativen auch durch eine enge Verknüpfung von akademischer Forschung, mit herausragenden medizinischen Praxis, international angesehenen Experten und einer aktiven Start-up-Landschaft.

Starker Fokus auf Digitalisierung

Der künftige Fokus liegt auf dem Bereich der Digitalisierung, die sich auch in den Life Sciences zu einem wichtigen Innovationstreiber entwickelt hat. Dies zeigt sich auch deutlich im Report: So konnte gerade im Medizintechnik-Bereich 2017 bereits ein regelrechter Boom bei e-Health- und Telemedizin-Anwendungen festgestellt werden. 36 Prozent der Unternehmen sind bereits in diesem Feld tätig und die Hälfte aller Neugründungen in den letzten 3 Jahren geht auch auf den Digital Health Sektor zurück.

Weitere Förderprogramme

Neue Life Science Projektideen bekommen auf dem Weg in die Firmengründung das notwendige Rüstzeug zur Umsetzung in kommerziell skalierbare Geschäftsmodelle. Neben dem LISA Programm geht dafür der Internationale Businessplan Wettbewerb Best of Biotech 2019 in die 9. Runde. Dabei wird sowohl monetäre Unterstützung als auch  Mentoring auf dem Weg zur Life Science Firmengründung geboten.

Über den Life Science Report Austria 2018

Der aktuelle Life Science Report Austria 2018 analysiert die österreichische Szene der Biotechnologie, Pharma und Medizintechnik bereits zum vierten Mal und zum zweiten Mal umfassend auch die heimische Forschungslandschaft. Der Bericht wurde durch das Programm aws Life Science Austria (LISA) verfasst, in Zusammenarbeit mit den Life Science-Clustern Human.technology Styria, LISAvienna, Medizintechnik Cluster Oberösterreich, Standortagentur Tirol/Cluster Life Sciences und dem Technopol Krems der ecoplus. Die Wirtschaftsagentur des Landes Niederösterreich sowie den Industrieverbänden Austrian Biotech Industry – ABI, Austromed und Pharmig. Die Erstellung des Reports wurde gemeinsam mit der BIOCOM AG durchgeführt.

 

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