Lebensmittelhandel: Warum junge Millennials anders einkaufen

16.Oktober 2018

Millennials beschreiben die Altersgruppe der 18- bis 38-Jährigen. Sie sind für den Lebensmitteleinzelhandel eine wichtige, weil kaufkräftige Zielgruppe. Allerdings unterscheidet sich deren Kaufverhalten stark von dem anderer Verbraucher, so eine Roland Berger-Studie.

Millenials informieren sich viel häufiger als andere Zielgruppen im Internet über Produkte, nutzen Apps von Händlern und bestellen öfter online. Mit entsprechenden innovativen Angeboten lassen sich die Millennials als Kunden gewinnen und binden. Das zeigt die neue Studie „Millennials im Supermarkt“, für die Roland Berger mehr als 2.000 Verbraucher befragt hat.

Zielgruppe für Lebensmittel-Einzelhandel

Millennials sind eine wichtige Zielgruppe für den Lebensmitteleinzelhandel. Um sie als Neukunden zu gewinnen oder langfristig als Kunde zu behalten, müssen Händler neue Wege gehen. Sie nutzen das Internet oder Apps sogar vor dem Regal, um sich über Produkte zu informieren. Einkaufskomfort und umfassende Online-Angebote sind daher entscheidend.

Online bis zum Schluss

Knapp die Hälfte der Millennials konsultiert vor einer Kaufentscheidung das Internet, oft direkt vor dem Regal im Supermarkt, heißt es in der Aussendung von Roland Berger. Dagegen tun dies nur gut 30 Prozent der Menschen in der Altersgruppe 39 Jahre und älter. Bei Apps von Lebensmittelhändlern ist die Diskrepanz noch größer, wie die Studie zeigt: Fast jeder fünfte Millennial nutzt solche Angebote, doppelt so viele wie in der älteren Gruppe. Für die Jüngeren ist die Nutzung von Smartphones zur Selbstverständlichkeit geworden. Dabei geht es nicht nur um den Preisvergleich, sondern auch um Produkteigenschaften wie Inhaltsstoffe oder Testergebnisse.

Häufige Online-Kunden

Millennials bestellen zudem häufiger als die Altersgruppe 39+ Lebensmittel online (47 Prozent vs. 34 Prozent). Und sie nutzen das Smartphone, um sich in der Filiale Einkaufslisten anzeigen zu lassen (27 Prozent vs. zehn Prozent) oder mobil zu bezahlen. Dafür suchen sie aktiv nach kostenlosem WLAN im Supermarkt (17 Prozent vs. sechs Prozent).

Online-Angebot ist entscheidend

Wichtig, um die Millennials an sich zu binden, ist in erster Linie eine gute Online-Ansprache. Damit können sowohl Händler als auch Marken ihre Kunden bereits vor dem Einkauf für sich gewinnen. Sie können zum Beispiel online Empfehlungen abgeben, Rezepte oder Einkaufslisten anbieten oder die Kundenbindung durch personalisierte Gutscheine steigern. Unverzichtbar ist zudem die Möglichkeit, Lebensmittel online zu bestellen, auch wenn dieser Verkaufskanal erst noch an Akzeptanz gewinnen muss.

Digitale Kassen, WLAN und kontaktloses Bezahlen

Doch auch das stationäre Geschäft ändert sich. Denn bei der Wahl eines Lebensmittelgeschäfts legen zwar alle Altersgruppen Wert auf traditionelle Kriterien wie Sauberkeit, ein gut sortiertes Warenangebot und die Nähe zum Wohnort. Doch speziell die Millennials wünschen sich auch Angebote wie Selbstbedienungskassen, kontaktloses Bezahlen mit Karte oder Smartphone sowie WLAN im Supermarkt. Preise, Angebote und Kommunikation müssen über alle Kanäle einer Linie folgen, denn junge Verbraucher unterscheiden nicht mehr zwischen online und offline.

Hohe Loyalität

Das Werben um die Millennials lohnt sich für den Lebensmittelhandel auf jeden Fall. Nicht nur weil sie ca. ein Viertel der Bevölkerung stellen, sondern weil sie eine loyale Käufergruppe sind. So zeigt die Roland Berger-Analyse, dass 42 Prozent von ihnen einem Lebensmittelhändler dann auch treu bleiben, wenn ein anderer Anbieter genauso gut ist.

 

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Studie Roland Berger & Partner