Wohnstatistik 2017: Was Wohnen heute kostet

10.Oktober 2018

Bei privaten Neuvermietungen lag 2017 die durchschnittliche Höhe der Mieten inklusive Betriebskosten bei 10 Euro pro Quadratmeter. In den vergangenen fünf Jahren stiegen die Mieten durchschnittlich um 14,6 Prozent, heißt es in der Wohnstatistik 2017.

Aus der Wohnstatistik 2017 der Statistik Austria, die vom Chef Konrad Pesendorfer im Klub der Wirtschaftspublizisten vorgestellt hat, geht zudem deutlich hervor, dass der Anteil an befristeten Mietwohnungen insgesamt (Hauptmietwohnungen) zwischen 2007 und 2017 von 12,8 Prozent auf 21,9 Prozent gestiegen ist. Noch eindeutiger fällt dieser Anstieg allein bei privaten Mietwohnungen aus. Hier hat sich im selben Vergleichszeitraum der Wert verdoppelt und liegt nun bei 44,9 Prozent. Hier zeigt sich, wie Pesendorfer ausführte, dass der Anteil befristeter Mietwohnungen im privaten Bereich deutlich stärker angestiegen ist. Das wirkt sich bei Neuvermietungen auf den Preis aus.

Nettomieten starten durch

Die durchschnittliche Höhe der Mieten inklusive Betriebskosten lag laut Statistik Austria im Jahr 2017 bei 7,6 Euro monatlich pro Quadratmeter. Zwischen 2013 und 2017 stiegen die Mieten um durchschnittlich 14,6%; noch höher fiel der Anstieg der Nettomiete mit +17,3% aus. Für in den letzten beiden Jahren neu vermietete, private Hauptmietwohnungen zahlen die Haushalte im österreichweiten Durchschnitt 10 Euro pro Quadratmeter im Monat. Die Kaufpreise von Häusern und Wohnungen stiegen noch stärker als die Mietkosten. Der Häuserpreisindex, der die Entwicklung der Kaufpreise von Wohnimmobilien misst, stieg im gleichen Zeitraum um 24,1%.

Gemeinde- und Genossenschaftsmieten moderater

Wie der Statistik-Austria-Chef betonte, sind Mietsegment und Mietdauer neben der geografische Lage der Wohnung sowie der Ausstattung bestimmende Faktoren für die Mietkosten. Dabei zeigt sich laut Pesendorfer, dass die Mieten in den einzelnen Mietsegmenten, wie im privaten Mietsektor oder bei Gemeindebauwohnungen, in den vergangen fünf Jahren unterschiedlich gestiegen sind. Im Durchschnitt gab es ein Plus von 15 Prozent. Der private Genossenschaftswohnungs-Quadratmeterpreis stieg um rund 14 Prozent. Gemeindewohnungen wurden je Quadratmeter um 13 Prozent teurer.

Mietvertragsdauer bestimmt Mietanstieg

Die durchschnittliche Mietvertragsdauer sank zwischen 2007 und 2017 von 13,5 auf 12,3 Jahre. Hier zeigt sich laut Pesendorfer in der Wohnstatistik zudem, dass mit einer längeren Wohndauer auch die Höhe der Miete tendenziell sinkt. Haushalte, die Mietverträge mit mehr als 30-jähriger Vertragsdauer haben, wenden laut Statistik Austria im Durchschnitt 5,2 Euro pro Quadratmeter auf. Dieser Wert liegt somit deutlich unter der Durchschnittsmiete von 7,6 Euro pro Quadratmeter.

Mietkosten im Westen deutlich höher

Bei Miet- und Kaufpreisen gebe es zudem große regionale Preisunterschiede, so Pesendorfer. Die westlichen Bundesländer, wie Vorarlberg, Tirol und Salzburg, liegen über dem österreichischen Durchschnitt. Der Höchstwert der durchschnittlichen Mieten inklusive Betriebskosten liegt bei 9,2 Euro pro Quadratmeter in Salzburg. Der preiswerteste Wohnraum liegt hingegen mit 5,8 Euro pro Quadratmeter im Burgenland.

Kaufpreise steigen stärker als Mieten

Beim durchschnittlichen Kaufpreis einer Eigentumswohnung führt Wien. Dort kostet der Quadratmeter durchschnittlich 3.600 Euro, gefolgt von Vorarlberg mit 3.469 Euro und Tirol mit 3.045 Euro. Alleine nach Städten sind Innsbruck (4.150 Euro) und Bludenz (3.800 Euro) aber noch teurer als Wien, auf dessen Höhe auch Kitzbühel liegt. Der niedrigste Wert liegt mit einem durchschnittlichen Kaufpreis von 1.200 Euro pro Quadratmeter im Burgenland. In einigen Bezirken in Niederösterreich, Steiermark und dem Burgenland zahlt man nur rund 1.000 Euro. Generell zeigt sich laut Pesendorfer, dass die Kaufpreise von Häusern und Wohnungen stärker steigen als die Mietpreise.

Sozialer Wohnbau macht sich bezahlt

Trotz des Mietpreisanstiegs seien die Mieten in der Metropole Wien im internationalen Vergleich noch leistbar, so Pesendorfer. Die soziale Durchmischung durch den sozialen Wohnbau, den es selbst in nobleren Gegenden gebe, sei dahin gehend ganz wichtig. „Die starke Förderung des sozialen Wohnens in Wien macht Wohnen im Vergleich zu anderen Städten, wo dieser nicht so ausgeprägt ist, günstiger“, sagte Pesendorfer. (APA)

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