Kurzzeit-Büro: Geringere Fixkosten für befristeteten Office-Bedarf

05.September 2018

Immer mehr Kreative, Start-ups und andere berufliche Durchstarter finden an einem Büro auf die Schnelle Gefallen. Oft werden die flexiblen Büroflächen für befristete Projekte angemietet. Das Kurzzeit-Büro schont die Kostenseite.

Kurzzeitig angemietete Arbeitsräume und Co-Working Spaces mit technischer Vollausstattung und Putzdienst sparen Fixkosten und beleben das Networking. Der Trend, der in Berlin oder New York längst gelebt werde, greife nun verstärkt auf Wien über, so der Gewerbeimmobilien-Berater CBRE.

Flexible Büroflächen

Die Neuvermietung von flexiblen Büroflächen legte heuer im ersten Halbjahr gegenüber der Vorjahresperiode um gut 40 Prozent von 10.500 auf knapp 15.000 Quadratmeter zu, wie eine Unternehmenssprecherin am Dienstag auf APA-Anfrage sagte. Das entsprach rund 12 Prozent der Gesamtvermietungsleistung – insgesamt wurden zwischen Jänner und Juni rund 123.000 Quadratmeter Büroflächen in der Bundeshauptstadt neu vermietet.

Teurer als Durchschnittsmiete

Die Anbieter von servicierten Kurzzeit-Büros verlangen derzeit für die Kurzzeitanmietung im Schnitt 17 Euro pro Quadratmeter und Monat, ein Preis der laut CBRE über dem Durchschnitt für Büros in Wien liegt. Dafür sind die Mieten vom jeweiligen Nutzer aber auch nicht durchgängig das ganze Jahr über zu berappen.

Geteilte Büros gefragt

Besonders starke Nachfrage herrscht den Angaben zufolge nach sogenannten Co-Working-Flächen – vor allem bei Ein-Personen-Unternehmen und Start-ups. Bei dieser Variante ist für die Einbuchung, also die Nutzung der Büro-Infrastruktur, eine Mitgliedschaft bei der jeweiligen Co-Working Community erforderlich.

Oft für befristete Projekte

„Der Anteil der flexibel genutzten Büroflächen wird in Wien weiter steigen“, ist Martin Pongratz, Head of Workplace Consulting bei CBRE Austria + CEE, überzeugt. Dieser Trend sei auch darauf zurückzuführen, dass traditionelle Unternehmen diese Räumlichkeiten als kurzfristige Zusatzflächen für Wachstum oder befristete Projekte nutzten, um den Projektteams „Tapetenwechsel“ bzw. ein kreatives Arbeitsumfeld zu verschaffen.

Wachsendes Angebot

Angesichts der Neueröffnungen wird sich der Bestand an flexiblen Flächen, die von Betreibern angemietet und angeboten werden, den Angaben zufolge bis zum kommenden Frühjahr im Jahresabstand um rund 30 Prozent von etwa 60.000 auf 80.000 Quadratmeter ausweiten. Dabei sei das stärkste Flächenwachstum auf Anbieter von Co-Working Spaces zurückzuführen. CBRE verweist etwa auf den Markteintritt von „Spaces“ im Wiener Orbi Tower im Juni und von „Talent Garden“ im 9. Bezirk heuer im Herbst. Anfang 2019 werde „Spaces“ einen weiteren Standort am Hauptbahnhof anbieten. Aber auch der Marktführer im Bereich klassische Business Center, Regus, sei mit neuen Flächen in Wien auf Expansionskurs. (APA)