Steuerreform: 200.000 Kleinunternehmer sollen künftig pauschaliert werden

30.August 2018

Im Zuge der Steuerreform will der Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) Kleinunternehmer bis zu einem Umsatz von 30.000 Euro bürokratisch entlasten. Großzügigere Pauschalisierungen sollen helfen, „sich aufs Geschäft zu konzentrieren statt Formulare auszufüllen“.

Bis zu 200.000 Unternehmer und Selbstständige mit einem Umsatz unter 30.000 Euro könnten zukünftig von einer Maßnahme „gleich dem Wegfall der Steuererklärung“ profitieren. Momentan betragen die Pauschalierungssätze für Betriebsausgaben sechs oder zwölf Prozent des Umsatzes.

Höhere Pauschalierungssätze

Für den Finanzminister ist das zu niedrig: Er erwäge je nach Branche eine Anhebung auf bis zu 70 Prozent. „Dass im Moment nur 20 Prozent der Unternehmer von der Pauschalierungsmöglichkeit Gebrauch machen, zeigt ja deutlich, dass die Sätze nicht passen“, sagte er im Interview mit dem „trend“. Die Umsatzgrenze für die Erleichterungen sei „nicht in Stein gemeißelt“.

Umsatzangabe soll genügen

Nimmt ein Kleinunternehmen künftig die Pauschalisierung in Anspruch, so kann Löger sich vorstellen, dass „Unternehmen im Wesentlichen nur mehr den Umsatz deklarieren und ansonsten keine Angaben mehr machen müssen.“ Weiter meint er: „Das wäre gleichzusetzen mit dem Wegfall der Steuererklärung für Kleinunternehmen.“

Unternehmervertretung zufrieden

Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) begrüßt die Absicht von Finanzminister Löger (ÖVP), eine weitergehende steuerliche Pauschalierung von Kleinbetrieben umzusetzen. Das sei von der WKÖ bereits im Rahmen der Steuerreform 2015/16 gefordert worden. (APA)