Tourismus 2018: So gewinnen Sie fehlende Mitarbeiter

08.August 2018

Fehlende Mitarbeiter lassen den boomenden Tourismus in Österreich an seine Grenzen stoßen. Eine Studie hat Stimmung und Perspektiven der Tourismusbranche in Österreich untersucht. 

Der Tourismusbarometer untersucht seit 2015 die aktuelle Stimmungslage österreichischer Touristiker. Auch in diesem Jahr hat Deloitte gemeinsam mit der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) über 200 Tourismusunternehmen aus ganz Österreich zu aktuellen Themen und Anliegen befragt. Die Grundstimmung ist dabei positiv: der Indexwert hat sich von 2,99 auf 2,83 nach Schulnotensystem leicht verbessert.

Die wesentlichen Entwicklungen

Dank der erfolgreichen Wintersaison starteten die Touristiker mit hohen Erwartungen an den Sommer. Optimismus beschreibt die vorherrschendes Stimmungslage. Aber knapp ein Drittel der Betriebe musste die Angebote reduzieren, da der Mitarbeiterbedarf nicht gedeckt werden konnte . Daher benötigen die Betriebe  Konzepte zur Besetzung offener Stellen. Unn die Investitionsbereitschaft steigt trotz regularischer Hürden

Positiver Einstieg und hohe Erwartungen

Dank herausragender Schneelage und günstig gelegenen Feiertagen darf man von einem Rekordwinter 2017/2018 mit einem Nächtigungsplus von rund 5 % sprechen. Auch der Städtetourismus boomt: in Wien gab es rund 4 % mehr Nächtigungen. Neben einem Zuwachs bei den einheimischen Gästen kamen auch zusätzliche Gäste aus den wichtigen Herkunftsländern Niederlande und Deutschland. Nach diesem positiven Einstieg ins Jahr 2018 sind die Erwartungen an die Sommersaison 2018 entsprechend hoch.

Regionales Umfeld und regulatorische Rahmenbedingungen

Das regionale Umfeld und die regulatorischen Rahmenbedingungen sind durch die Unternehmer nur bedingt beeinflussbar. In den Bereichen Kostenbelastung und Steuer- und Abgabensituation ist im Vergleich zum Vorjahr eine leichte Entspannung erkennbar. Dennoch finden sich hier nach wie vor die größten Herausforderungen für Tourismusunternehmen. Noch mehr Kopfzerbrechen bereitet die Mitarbeiterverfügbarkeit. Der Mitbewerb hingegen hat keinen entscheidenden Einfluss auf die Betriebe.

Geschäftsentwicklung: Besser als erwartet

Für mehr als ein Viertel der Befragten entwickelte sich die Wintersaison 2017/18 besser als erwartet, für knapp 57 % verlief sie wie erwartet. Das spiegelt sich in der Umsatzzufriedenheit wider, 69 % waren mit den Winterumsätzen zufrieden bis sehr zufrieden. Die Gesamtwertung fällt mit 2,49 etwas besser als im Vorjahr (2,57) aus.

Fehlende Mitarbeiter

Bereits im Vorjahr erhielt die Mitarbeitersituation mit 3,68 eine unterdurchschnittliche Benotung. Dass sich die Situation seither noch weiter zugespitzt hat, lässt sich an der diesjährigen Wertung von 3,78 erkennen. Die Verfügbarkeit von Fachkräften stellt dabei die größte Herausforderung dar. Aufgrund der hohen Relevanz wird das Thema Mitarbeiter im Tourismusbarometer 2018 als „Hot Topic“ näher beleuchtet.

Investition und Finanzierung

Die wirtschaftlichen Aussichten für 2018 sind positiv, das geht auch an Österreichs Tourismus nicht vorbei. Ein Exportplus sowie eine höhere Investitionsbereitschaft der heimischen Unternehmer sind die Folge. So geben 72 % der Befragten an, ihre geplanten Investitionen für 2018 durchführen zu wollen, im Vorjahr waren es nur 59 %.

Hot-Topic: Mitarbeiter finden

Beinahe ein Drittel der befragten Tourismusbetriebe musste bereits sein Angebot aufgrund von unbesetzten Stellen kürzen. Vor allem im Westen ist die Lage kritisch, wohingegen Wien und Burgenland kaum betroffen sind. Um die Lage zu entschärfen, sind Politik und Unternehmen gleichermaßen gefordert. Gezielte Arbeitsmarktoffensiven und entlastende Maßnahmen sind der Wunsch der Tourismusbranche an den Gesetzgeber. Doch auch die Betriebe selbst sind gefragt.

Anpassung der Arbeitsumstände

„Ein 17-jähriger Küchenlehrling hat andere Anforderungen an den Arbeitsplatz als eine teilzeitbeschäftigte Mutter mit Betreuungspflichten im Service. Viele Touristiker bieten bereits individualisierte Mitarbeiterangebote an. Das ist wichtig, um als Arbeitgeber attraktiv zu sein“, heißt es in der Deloitter-Presseerklärung. „Auch kooperative Zusammenschlüsse einzelner Betriebe zahlen sich langfristig für die Unternehmen aus. Zahlreiche Erfolgsbeispiele aus der Praxis beweisen das.“

So gewinnen Sie Mitarbeiter

Anerkennender und wertschätzender Umgang
Orientierung und Struktur zum Anhalten
Klare Verantwortlichkeiten und Rollenzuteilungen
Berücksichtigung von individuellen Bedürfnissen und Potenzialen
Bedürfnisgerechte Differenzierung in der Ausgestaltung attraktiver Gesamtarbeitsplatzangebote
Passende Arbeitszeitgestaltung

 

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Deloitte Österreich