Gesundheitsberuferegister: Für diese Berufe gilt die neue Registrierungspflicht

07.August 2018

Seit 1.1.2018 müssen Arbeitgeber Angehörige von Gesundheits- und Krankenpflegerberufen ins neue Gesundheitsberuferegister eintragen. 

Mit Jahreswechsel 2018 muss der Arbeitgeber bei jeder Neuanmeldung zur Sozialversicherung auch die Meldung des jeweiligen Gesundheitsberufes (Art des Gesundheitsberufs und Dienstort) mittels ELDA durchführen (System für den elektronischen Datenaustausch mit den österreichischen Sozialversicherungsträgern). Bereits jetzt angestellte Berufsangehörige können ebenso seit 1.1.2018 mittels einer Änderungsmeldung gemeldet werden.

Registrierungspflicht für den Berufsangehörigen selbst

Für die Ausübung des jeweiligen Gesundheitsberufes wird die Registrierung für den einzelnen Berufsangehörigen (z. B. Arbeitnehmer, Freiberufler oder ehrenamtlich Tätige) verpflichtend sein! Als Berufseinsteiger ist man ab dem 1. Juli 2018 vor Aufnahme der Tätigkeit verpflichtet, einen Antrag auf Registrierung zu stellen. Wer am 1. Juli 2018 bereits berufstätig war, musste bis spätestens 30. Juni 2019 einen entsprechenden Antrag stellen. Denn die Konsequenzen sind drastisch: Wird der Antrag nicht rechtzeitig gestellt, darf der Beruf nicht mehr ausgeübt werden.

Wozu das Register für Gesundheitsberufe

Ziel des Verzeichnisses ist laut Arbeiterkammer, die erworbenen Qualifikationen im Gesundheitsbereich aufzuwerten sowie mehr PatientInnensicherheit zu gewährleisten. Damit steige das Niveau des Gesundheitsschutzes. Mehr als die Hälfte der EU-Länder haben bereits ein solches Register eingeführt. Nationalrat und Bundesrat haben 2016 dazu ein entsprechendes Gesetz beschlossen und die Arbeiterkammer (AK) mit der Registrierung betraut.

Wer ist konkret betroffen?

Konkret betroffen sind NUR Angehörige der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe nach dem Gesundheits- und Krankenpflegegesetz (GuKG), also

  • diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger/innen
  • Pflegefachassistent/innen und
  • Pflegeassistent/innen (inklusive Sozialbetreuungsberufe) sowie

Angehörige der gehobenen medizinisch-technischen Dienste nach dem MTD-Gesetz

  • Physiotherapeut/innen
  • Diätologinnen und Diätologen
  • Biomedizinische Analytiker/innen
  • Ergotherapeut/innen
  • Logopädinnen und Logopäden
  • Orthoptist/innen
  • Radiologietechnolog/innen

Nicht registriert werden müssen: Sprechstundenhilfen und ausgebildete Ordinationsassistentinnen nach dem MAB-Gesetz (Medizinische Assistenzberufe-Gesetz).

Dokumente zur Registrierung

Wer am 1. Juli 2018 bereits tätig war, braucht jedenfalls einen Identitätsnachweis (z.B. Reisepass), einen Nachweis der Staatsangehörigkeit, einen Qualifikationsnachweis sowie ein Passfoto. Berufseinsteiger brauchen zusätzlich auch einen Nachweis der Vertrauenswürdigkeit (z.B. Strafregisterbescheinigung), ein ärztliches Zeugnis über die gesundheitliche Eignung und einen Nachweis der deutschen Sprachkenntnisse.

Berufsausweis und Gültigkeitsdauer

Bei Eintragung in das Register wird eine Bestätigung ausgestellt und danach ein Berufsausweis per Post zugesandt. Die Registrierung ist mit Eintragung für fünf Jahre gültig. Falls sich Daten ändern, sind diese innerhalb eines Monats der Registrierungsbehörde zu melden.

Ablauf – wer registriert?

Zuständig für die Registrierung von Arbeiterkammermitgliedern ist die AK und für alle anderen Berufsangehörigen die Gesundheit Österreich GmbH. Der schriftliche Antrag und die erforderlichen Nachweise können persönlich bei der Registrierungsbehörde oder online mit elektronischer Signatur gestellt werden.

 

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