Wenn Vereine von gemeinem Nutzen sind

07.August 2018

Vereine, die die Förderung der körperlichen Ertüchtigung als Vereinszweck bestimmt haben, gelten in der Regel als gemeinnützig. Sie können steuerliche Begünstigungen in Anspruch nehmen, wie die Wiener Steuerberatungskanzlei Artus in ihrem Steuerblog hinweist. 

Wenn ein Verein als gemeinnützig anerkannt ist, kommen neben etlichen Befreiungen und Begünstigungen im Bereich der Körperschafts- und Umsatzsteuer weitere Vorteile zum Tragen. So bestehen auch für die Mitarbeit im Verein steuerliche sowie sozialversicherungsrechtliche Vorteile.

Steuerbegünstigte Spielertransfers

Werden etwa im Rahmen einer Sportveranstaltung Eintrittsgelder eingehoben oder Einnahmen aus der Unterrichtserteilung, der Abnahme von Prüfungen (z.B. zur Erlangung eines Sportabzeichens) oder Umsätze aus der Abtretung von Spielern erzielt, dann handelt es sich um Einnahmen, die mit dem Sportbetrieb unmittelbar verbunden sind. Diese Tätigkeiten stellen in der Regel einen sogenannten unentbehrlichen Hilfsbetrieb dar. Dabei erzielte Überschüsse (Zufallsgewinne) sind von der Körperschaftsteuer als auch von der Umsatzsteuer befreit.

Feste des Sportvereins

Ebenso steuerlich begünstigt sind kleine Vereinsfeste des Sportvereins, die im Jahr nicht länger als insgesamt 72 Stunden dauern dürfen. Sie müssen im Wesentlichen von Vereinsmitgliedern durchgeführt werden und alle weiteren gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen. Dann sind Einnahmen aus dieser Veranstaltung von der Umsatzsteuerpflicht zur Gänze und von der Körperschaftsteuer bis zu einem Gewinn in Höhe von 10.000 Euro pro Jahr befreit.

Kantinenbetrieb – Ausnahmegenehmigung beantragen

Anders liegt der Fall beim Kantinenbetrieb eines Sportvereins.  Er ist voll steuerpflichtig und unterliegt sowohl der Körperschaftsteuer (wobei der Freibetrag bis zu einem Gewinn in Höhe von € 10.000/Jahr/Verein weiterhin zur Anwendung gelangt) und der Umsatzsteuer. Um die „begünstigungsschädliche“ Wirkung derartiger Geschäftsbetriebe und somit den Verlust aller steuerlichen Begünstigungen für den gesamten Verein zu vermeiden, besteht die Möglichkeit, eine Ausnahmegenehmigung zu beantragen.

Jahresumsatz bis maximal 40.000 Euro

Bis zu einem jährlichen Kantinen-Umsatz in Höhe von  40.000 Euro wird die Genehmigung automatisch erteilt. Bei darüber liegenden Umsätzen muss der Verein jedoch um eine Ausnahmegenehmigung ansuchen. Bei größeren Sportvereinen kann aus haftungsrechtlichen und steuerlichen Gründen überdies auch eine Auslagerung des begünstigungsschädlichen Betriebes (etwa in eine GmbH) sinnvoll sein.

Begrenzte Befreiung bei Reisespesen

Pauschale Reiseaufwandsentschädigungen, die von Sportvereinen an Sportler, Schiedsrichter, Trainer und Masseure ausbezahlt werden, sind bis zu  60 Euro/Einsatztag bzw. maximal  540 Euro/Monat von der Einkommensteuerpflicht befreit. Sofern die Tätigkeit nicht den Hauptberuf und die Hauptquelle der Einnahmen bildet, besteht unter den genannten Voraussetzungen auch keine Sozialversicherungspflicht nach dem ASVG.

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