Überleben nach der Gründung: Das sind die widerstandsfähigsten Branchen

27.Juli 2018

Im Jahr 2016 waren noch 50 Prozent der fünf Jahre zuvor gegründeten Unternehmen am Arbeiten.  Am zähesten erwiesen sich laut Statistik Austria Gründungen im Bereich der Wasser- und Energieversorgung. 

Im Jahr 2016 wurden laut Statistik Austria 41.790 neue Unternehmen in Österreich gegründet. Rund drei Viertel der neu gegründeten Unternehmen waren Einzelunternehmen. Gemessen an den insgesamt am Markt aktiven Unternehmen entspricht das einer Neugründungsrate von 7,7 Prozent; das ist ein leichter Rückgang gegenüber dem 2015 (7,9 Prozent). Pro Neugründung wurden im Bericvhtsjahr im Durchschnitt 1,7 Arbeitsplätze geschaffen. Im Produzierenden Bereich wurden pro Neugründung mehr Arbeitsplätze (1,9 Beschäftigte) geschaffen als im Dienstleistungsbereich (1,6 Beschäftigte). Im gleichen Zeitraum 2016 wurden 33.835 Unternehmen geschlossen (Schließungsrate: 6,2 Prozent); durchschnittlich gingen pro Schließung 1,6 Arbeitsplätze verloren.

Neugründungen des Dienstleistungsbereichs dominieren

89,9 Prozent der Unternehmensneugründungen erfolgten im Dienstleistungsbereich, die meisten davon im Gesundheits- und Sozialwesen (10.559), im Handel (6.758) sowie in den freiberuflichen/technischen Dienstleistungen (5.030). Die höchste Neugründungsrate (12,6 Prozent) verzeichnete ebenfalls der Wirtschaftsbereich Gesundheits- und Sozialwesen – dazu zählen etwa die Branchen Hauskrankenpflege, Pflegeheime oder Tagesbetreuung von Kindern –, gefolgt von den sonstigen Dienstleistungen (10,6 Prozent). An dritter und vierter Stelle reihen sich die Wirtschaftsbereiche sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen (9,8 Prozent) und Verkehr (9,2 Prozent) ein. Am niedrigsten war der Anteil neu gegründeter Unternehmen im Dienstleistungssektor beim Grundstücks- und Wohnungswesen (4,1 Prozent), im Bereich Finanz- und Versicherungsleistungen (4,6 Prozent) sowie bei den freiberuflichen/technischen Dienstleistungen (5,7 Prozent; siehe Tabelle 1).

Die meisten Unternehmen werden als Klein- und Kleinstbetriebe gegründet

Rund drei Viertel (75,8 Prozent) der 2016 neu gegründeten Unternehmen waren Einzelunternehmen (31.683). 5.980 Neugründungen (14,3 Prozent) erfolgten als Kapitalgesellschaften; weniger häufig wurden neue Unternehmen in Form von Personengesellschaften und anderen Rechtsformen (4.127 bzw. 9,9 Prozent) gegründet. Auch die Verteilung der Neugründungen nach Beschäftigtengrößenklasse spiegelt die kleinbetriebliche Struktur der österreichischen Wirtschaft wider: Mehr als drei Viertel der neu gegründeten Unternehmen (79,8 Prozent) waren ohne unselbständig Beschäftigte. 15,3 Prozent der Unternehmen hatten im Jahr der Gründung zwischen einem und vier unselbständig Beschäftigte; nur 3,6 Prozent bzw. 1,4 Prozent waren mit zwischen fünf und neun bzw. mit zehn und mehr unselbständig Beschäftigten erstmals am Markt aktiv.

Hohe Überlebensraten bei den Infrastrukturversorgern

Die Überlebensraten der Gründungen sinken von einem Jahr auf das nächste: Von den im Jahr 2011 neu gegründeten Unternehmen waren ein Jahr später noch 87,9 Prozent am Markt tätig. Die Zweijahresüberlebensrate (von 2011 auf 2013) betrug 72,9 Prozent; nach drei Jahren waren 62,3 Prozent und nach vier Jahren 55,5 Prozent dieser Unternehmenskohorte aktiv. Die Fünfjahresüberlebensrate beträgt nur mehr 50,2 Prozent. Nach Wirtschaftsbereichen betrachtet waren die höchsten Fünfjahresüberlebensraten in den Bereichen Energieversorgung (74,9 Prozent), Wasserversorgung und Abfallentsorgung (68,9 Prozent), im Grundstücks- und Wohnungswesen (63,5 Prozent) sowie in der Herstellung von Waren (61,8 Prozent) zu verzeichnen (siehe Tabelle 2).