Wann benötigen Buschenschanken Registrierkassen – und wann nicht?

27.Juli 2018

Beim Betrieb von kleinen Buschenschanken gibt es Erleichterungen bei der Registrierkassenpflicht. Allerdings dürfen sie nicht übermäßig erfolgreich sein, informiert die Wiener Kanzlei Artus in ihrem Kundenblog. 

Der Unterschied zwischen Buschenschank und Heurigen wird in manchen Weinregionen heftig diskutiert. Für außenstehende Dritte ist das Ergebnis meist irrelevant – weil eben ohne Unterschied. Das Steuerrecht ist dabei konsequent: Es spricht nur von Buschenschanken und zwar für ganz Österreich. Eine Buschenschank liegt vor, wenn der kredenzte Wein und Obstwein, Trauben- und Obstmost, Trauben- und Obstsaft sowie selbstgebrannte geistige Flüssigkeiten aus eigener Erzeugung kommen. Zukauf ist verpönt: Die Besitzer der Buschenschank müssen auch Besitzer von Wein- und Obstgärten sein.

Nur kalte Platte

Buschenschankbesuche ohne Essen gibt es nicht.  Früher wurden die Speisen selbst mitgebracht, heute verlässt sich der Gast auf das gebotene Buffet. Allerdings dürfen Buschenschanken aus steuerlicher Sicht ausschließlich kalte Speisen anbieten. Warmer Kümmelbraten und andere Warmspeisen haben von Rechts wegen an einem richtigen Buschenschank-Buffet nichts verloren. Diese bleiben der voll steuerpflichtigen gewerblichen Gastronomie vorbehalten. Mineralwasser sowie andere kohlensäurehaltige Getränke hingegen dürfen ausgeschenkt werden. Dies gilt jedoch nur, wenn dies in der Region so üblich ist, oder, wie es im Steuerrecht heißt, dem Herkommen im betreffenden Bundesland in Buschenschenken entspricht.

Entfall der Registrierkassenpflicht für Kleinstbetriebe

Für Buschenschanken, deren Jahresumsatz unter EUR 30.000 liegt und deren Betrieb maximal 14 Tage im Kalenderjahr geöffnet ist, entfällt die Registrierkassenpflicht, genauso wie die Einzelaufzeichnungs- und Belegerteilungspflicht. In diesem Fall kann die vereinfachte Losungsermittlung angewendet werden.

Die einfache Losungsermittlung

Buschenschanken, die die genannten Vorgaben erfüllen, dürfen den Tagesumsatz errechnen, in dem die gesamten Bareingänge eines Tages durch Rückrechnung aus dem ausgezählten End-und Anfangsbestand (keine Einzelerfassung der Bareingänge) ermittelt werden (Kassasturz). Die Ermittlung des Kassenanfangs- und Kassenendbestandes sowie die Tageslosung durch Rückrechnung muss nachvollziehbar und entsprechend dokumentiert werden. Sie hat spätestens zu Beginn des nächstfolgenden Arbeitstages und für jede Kasse gesondert zu erfolgen.

Umsatz wird vom gesamten Weinbau-Betrieb errechnet

Zu beachten ist, dass die Jahresumsatzgrenze von EUR 30.000 nicht nur bezogen auf den Bereich Buschenschank, sondern gesamtbetrieblich zu sehen ist. Das heißt, die Berechnung der begünstigten Umsätze von EUR 30.000 erfolgt unter Einbeziehung aller anderen Umsätze des Winzerbetriebes. Laut Finanz ergibt sich dies daraus, dass der Buschenschank in steuerlicher Betrachtung im Regelfall kein eigener Betrieb, sondern Teil des Weinbau- oder Obstbaubetriebes ist.

Losungsermittlung mit Registrierkasse

Wenn die beiden relevanten Umsatzgrenzen in Höhe von EUR 30.000 (netto) Gesamtumsatz sowie EUR 7.500 (netto) Barumsatz erstmalig überschritten werden, greift die Registrierkassenpflicht. Es bestehen die Verpflichtungen zur Losungsermittlung mit Registrierkasse und zur Belegerteilung, und zwar mit Beginn des viertfolgenden Monats nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums, in dem die Umsatzgrenzen überschritten wurden.

Änderungen sind möglich

Wird die Umsatzgrenze in einem Folgejahr nicht überschritten und ist aufgrund besonderer Umstände absehbar, dass diese Grenze auch künftig nicht überschritten wird, so fallen die oben genannten Verpflichtungen mit Beginn des nächstfolgenden Kalenderjahres weg.

 

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Artus