Österreichs Sportartikelhandel: Der Markt wächst himmelwärts

26.Juli 2018

In den letzten neun Jahren ist der Umsatz im österreichischen Sportartikelhandel um 30 Prozent gestiegen. Laut der Marktforschung Regio Data gibt es immer noch Luft nach oben.

Diese positive Entwicklung hat die Branche einerseits dem Tourismus und andererseits dem Andrang auf Trendsortimente wie E-Bikes und Outdoor-Artikel zu verdanken.

Erfolgsfaktor Wetter

Jährlich geben Österreicher und Touristen etwa 2,8 Milliarden Euro für Sportartikel und Sportbekleidung aus, Tendenz steigend (2017: + 6 Prozent). In den Sportartikelgeschäften werden davon aber nur 1,7 Milliarden Euro eingenommen, da der Rest in andere Branchen und vermehrt zu Amazon und Co. fließt. Doch mindestens so mächtig wie der Verdrängungswettbewerb ist eine andere Komponente: Kaum eine Handelsbranche ist so wetterabhängig wie der Sportartikelhandel. Das richtige Wetter zum richtigen Zeitpunkt hat einen enormen Einfluss auf den Umsatz.

E-Bikes kurbeln den Konsum an

Die Konsumausgaben für Sportartikel sind in den letzten Jahren leicht und im Vorjahr deutlich gestiegen und betragen aktuell ca. 283 Euro pro Person und Jahr. Einen maßgeblichen Anteil daran hat die nach wie vor starke Nachfrage nach E-Bikes. Mehr als 300.000 Elektro-Fahrräder sind in Österreich bereits im Einsatz. Ein ebenso anhaltender Dauerbrenner sind Artikel für Outdoor-Sportarten wie z.B. Klettern, Wandern und Skitouren.

Sport + Tourismus = millionenschweres Potenzial

Sport und Tourismus kurbeln einander an und leisten gemeinsam einen immer wichtiger werdenden Beitrag zur Wirtschaftsleistung. In Österreich wird der Touristen-Sportartikelmarkt auf über 400 Mio. Euro geschätzt, wovon 70 Prozent des Potenzials im Winter- und 30 Prozent im Sommertourismus liegen. Mit einer Marktgröße von knapp 200 Mio. Euro kommt dem Verleih von Wintersportgeräten eine extrem große Bedeutung zu. Das spiegelt sich auch in den steigenden Konsumausgaben für dieses Segment wider. Für Schiausrüstung wird dabei besonders tief in die Tasche gegriffen.

Wenige Anbieter bestimmen den Markt

In der stark konzentrierten Branche dominiert die Intersport-Gruppe mit rund 30 Prozent Marktanteil. Auf Platz 2 liegt Sport2000/Gigasport mit 29 Prozent und auf Platz 3 Hervis mit 18 Prozent Marktanteil. Gemeinsam erzielen sie beachtliche 77 Prozent des gesamten Marktvolumens. Im vergangenen Jahr konnten die drei Platzhirsche allesamt sowohl Umsätze als auch Verkaufsflächen ausbauen und dadurch eine Steigerung der Flächenproduktivität erzielen.

19 Prozent Umsatz über Online-Handel

Aktuell werden bereits 19 Prozent des Gesamtumsatzes im Sportartikelhandel online getätigt und es ist mit einer weiteren Zunahme zu rechnen. Die meisten größeren, stationären Händler der Branche verfügen bereits über Onlineshops. Herausragend ist die Online-Performance von Blue Tomato. Das zum US Sportartikelhändler Zumiez gehörende Unternehmen ist weltweit führender Online-Händler in den Bereichen Snowboard, Freeski, Touring, Skate und Surf und erwirtschaftet ganze 70 Prozent des Umsatzes über den Online-Kanal.

 

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