Abzugsverbot: Wann sind Zuschüsse vom AMS steuerfrei?

18.Juli 2018

Beihilfen und Zuschüsse, die ein Unternehmer im Personalbereich vom AMS erhält, sind steuerfreie Einnahmen. Dazu gehören beispielsweise die AMS-Zuschüsse für Fortbildungsmaßnahmen. Das Einkommensteuerrecht verlangt jedoch ein Abzugsverbot von Aufwendungen im Zusammenhang mit nicht steuerpflichtigen Einnahmen.

Das bedeutet, dass Aufwendungen oder Ausgaben, soweit sie mit steuerfreien Einnahmen in unmittelbarem Zusammenhang stehen, nicht als Betriebsausgaben abgezogen werden dürfen. Das AMS informiert.

Beispiel für AMS-Zuschüsse

Der Lohnaufwand für einen Arbeitnehmer beträgt € 2.500,-. Der Arbeitgeber bekommt einen steuerfreien öffentlichen Zuschuss für eine Fortbildungsmaßnahme in Höhe von € 1.000,-.
Wenn ein unmittelbarer wirtschaftlicher Zusammenhang zwischen dem Lohnaufwand und der Fortbildungsmaßnahme besteht, wird der Gewinn des Arbeitgebers nur um € 1.500,- (€ 2.500,- abzüglich € 1.000,-) verringert.

Bei Job-Programmen kein Abzugsverbot

Für das Abzugsverbot genügt ein klar abgrenzbarer, objektiver Zusammenhang zwischen steuerfreien Einnahmen und Aufwand. Bei arbeitsmarktpolitischen Zuschüssen und Beihilfen liegt kein unmittelbarer wirtschaftlicher Zusammenhang vor, wenn damit ein über den Empfänger hinausgehender Förderungszweck (Beschäftigung einer zusätzlichen Arbeitskraft) verwirklicht wird. Voraussetzung ist, dass der Zuschuss nur gewährt wird, wenn eine Person beschäftigt wird oder in ein Lehrverhältnis übernommen wird. Bei Aufwendungen im Zusammenhang mit solchen Zuschüssen greift daher das Abzugsverbot nicht.

Bei folgenden Zuwendungen kommt es zu keiner Aufwandskürzung:

• Blum-Prämie
• Zuschüsse zu einer integrativen Berufsausbildung
• Beihilfen nach dem Solidaritätsprämienmodell
• Kombilohnbeihilfe für ArbeitgeberInnen
• Eingliederungsbeihilfe „Come back“
• Zuschuss zur Förderung von Ersatzkräften während Elternteilzeitkarenz

Zuschüsse zu Schulungskosten verringern Aufwand

Zu einer Kürzung der Aufwendungen kommt es z. B. bei Zuschüssen zu Schulungs- und Ausbildungskosten, weil kein zusätzlicher Arbeitsplatz geschaffen wird. Ebenso führt das Altersteilzeitgeld nur dann zu keiner Aufwandskürzung, wenn der Zuschuss an die Beschäftigung einer Ersatzkraft geknüpft ist.

 

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