Kika, Ikea und Co: Warum der heimische Möbelmarkt wieder wächst

06.Juli 2018

Die Krise um Kika/Leiner und die Gruppe Steinhoff hat die Einrichtungsbranche in den Fokus gerückt. Dabei verzeichnet der Möbelmarkt derzeit gute Zuwächse. Eine besonders starke Performance zeigen Ikea und die Möbel-Verbundgruppen, heißt es in einer Branchenanalyse von RegioData.

Nach Jahren der Flaute wächst der Gesamtmarkt im heimischen Möbelhandel wieder. Dies verdankt die Branche der höheren Kaufkraft, der verstärkten Wohnbautätigkeit und dem damit zusammenhängenden Einrichtungsbedarf sowie Zuwächsen im Tourismus.

XXXLutz, Kika/Leiner und IKEA beherrschen den Markt

Die hohe Werbepräsenz unterstreicht den Wettbewerb in der Branche. Der Markt weist eine sehr hohe Konzentration auf: Die drei größten Marktteilnehmer teilen sich knapp zwei Drittel des Marktes: XXXLutz hält etwa 29 %, Kika/Leiner ca. 20 % und IKEA knapp 16 % Marktanteil. Der harte Verdrängungswettbewerb zwingt die Big Player auch zu neuen Strategien. So will die XXXLutz-Gruppe ihren Online-Anteil deutlich steigern. Kika/Leiner wird nach Schließung von vier Standorten und erfolgter Übernahme durch Signa vermutlich einem umfangreichen Sanierungsprozess unterzogen werden. IKEA versucht sich mit kleineren innerstädtischen Betriebstypen.

Möbelmarkt ist 5,3 Milliarden € schwer

Nach einer langen Phase der Stagnation zeigt der Möbelmarkt eine Aufwärtsentwicklung: Im letzten Jahr ist der Gesamtumsatz um 2,8 % nominell gestiegen und so wird es vermutlich auch weiter gehen. Pro Jahr gibt jeder Österreicher durchschnittlich 746 € für Möbel und Einrichtungsgegenstände aus. Die Ausgaben steigen insbesondere in den Sortimenten Dekorationsartikel, Gartenmöbel, Beleuchtung und Saisonware. Der Onlineanteil im Möbelhandel liegt bei 10% und wird – aufgrund von bestehenden, starken Anbietern und aufstrebenden, neuen Online-Spezialisten – auch weiterhin steigen.

Österreich mit der höchsten Dichte an Verkaufsflächen

Die Umsätze haben sich im österreichischen Möbeleinzelhandel 2017 auch ohne Expansion der Verkaufsflächen positiv entwickelt, sodass ein Anstieg der Flächenproduktivität um 2,6 % erzielt werden konnte. Österreichs Verkaufsflächendichte ist mit 31 m² pro 100 Einwohner extrem hoch und erreicht damit europaweit Platz 1.

IKEA mit hoher Verkaufsproduktivität

Der schwedische Möbelriese performt wie kein anderer: Abseits von den Rabattschlachten der anderen Großen ist IKEA extrem produktiv und konnte seine Umsätze bei gleichbleibender Fläche weiter ausbauen. Der Marktanteil von knapp 16 % wird mit lediglich 8 Standorten erzielt. Die Quadratmeterumsätze sind mehr als dreimal so hoch wie bei den anderen beiden Topplatzierten. Der Schwede konzentriert sich auf den Ausbau des Onlinehandels und Serviceleistungen sowie auf die Umsetzung des geplanten innerstädtischen Standorts Wien Westbahnhof.

Markenverbünde legen am stärksten zu

Den stärksten Umsatz- und Flächenwachstum konnten Verbund- bzw. Marketingvereinigungen erzielen. Zu diesen zusammengeschlossenen, selbstständigen Möbelhändlern zählen beispielsweise Garant Möbel, MHK Group, WohnUnion und Europa Möbel. Marken wie diese nehmen eine erstaunlich stabile Funktion ein und besitzen insgesamt bereits einen beachtlichen Marktanteil von 22%.

 

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