Wirtschaftsbericht Vorarlberg: Der Konjunkturmotor brummt nach wie vor

02.Juli 2018

Die wirtschaftliche Situation Vorarlbergs ist in den Bereichen Produktion, Tourismus und Beschäftigung durch Stabilität auf hohem Niveau geprägt. Und die konjunkturellen Aussichten bleiben gut. Das geht aus dem Wirtschaftsbericht Vorarlberg 2017/18 hervor, den die Landesstelle für Statistik und die Wirtschaftskammer herausgegeben haben.

Erneut stehen in Vorarlberg hohe Produktionszahlen zu Buche und die Exporte legen zu. Die Bauwirtschaft konnte im letzten Jahr ein großes Plus erzielen, im Tourismus hält die positive Entwicklung ebenfalls an.

Landesbudget mit Spielräumen

Auf dem Arbeitsmarkt setzt sich der positive Trend fort. Die Landesregierung bilanziert heuer mit einem 1,86 Milliarden-Euro-Haushalt bei, der nach Aussagen der Landesregierung Investitionsspielräume in Bildung, Beschäftigung und Innovation erlaube.

Weiter stabiles Wachstum

Im Zeitraum 2013 bis 2017 ist die Bruttowertschöpfung in Vorarlberg jährlich im Schnitt um 2,6 Prozent gestiegen, das ist im Ländervergleich der mit Abstand höchste Wert. Im Österreich-Schnitt waren es 1,34 Prozent. 2017 ist die österreichische Wirtschaft nach Berechnungen des WIFO und des IHS gegenüber dem Jahr davor kräftig um real 2,9 Prozent gewachsen. Vorarlbergs Wirtschaft legte 2017 um 2,2 Prozent zu und erzielte damit ebenfalls einen Wert jenseits der 2-Prozent-Marke. Der Produktionsindex in der Sachgüterproduktion konnte dabei in Vorarlberg um 3,7 Prozent gesteigert werden.

Mehr Jobs  – weniger Arbeitslose

Auch im laufenden Jahr entwickelt sich der Arbeitsmarkt weiter erfreulich. Laut dem aktuellen AMS-Bericht waren im Mai 2018 in Vorarlberg 163.116 Menschen unselbständig beschäftigt (+2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) und 9.264 arbeitslos vorgemerkt (-4,9 Prozent). Gegenüber dem Vormonat April verringerte sich die Zahl vorgemerkter Arbeitsloser mit dem Beginn der Sommersaison im Fremdenverkehr sowie den Außenberufen (Land- und Forstwirtschaft, Bau) um 1.080 (-10,4 Prozent). Mit einer Arbeitslosenquote von 5,4 Prozent liegt Vorarlberg in Österreich nur hinter Oberösterreich (4,3 Prozent) und Salzburg (4,9 Prozent).

Leichter Rückgang bei Industrieproduktion

Die Industrieproduktion, die in Voralrberg über mehrere Jahre konstant zugelegt hat, musste 2017 erstmals wieder einen geringfügigen Rückgang verzeichnen (-0,7 Prozent) und stagniert damit auf hohem Niveau.  Die Sachgüterproduktion befindet sich allgemein in Österreich in einer Hochphase. Vorarlberg gehört dabei gemeinsam mit Oberösterreich nach wie vor zu den stärksten Regionen. Der Produktionsindex der abgesetzten Produktion konnte mit einem Plus von 3,7 Prozent 2017 weiter gesteigert werden, österreichweit gab es sogar eine Zunahme um 4,3 Prozent. Von einem sehr hohen Niveau ausgehend trug in Vorarlberg vor allem die Herstellung von Metallerzeugnissen (+6,5 Prozent) wesentlich zur weiteren Steigerung bei. Ausgeweitet wurde auch die Herstellung von Getränken (plus 9,3 Prozent), Textilien (plus 4,8 Prozent) sowie Gummi- und Kunststoffwaren (plus 11,2 Prozent).

Konjunkturaussichten bleiben stabil

In der Konjunkturumfrage der Vorarlberger Industrie beurteilen die meisten der Befragten ihre aktuelle Geschäftslage mit gut. 91 Prozent rechnen damit, dass sie auch in den nächsten sechs Monaten gleichbleibend sein wird. Die Investitionsbereitschaft bleibt aber mit einer geplanten Zunahme um 4,6 Prozent noch verhalten, weil insbesondere der Fachkräftemangel, der stärkere internationale Wettbewerb mit dem Druck auf die Verkaufspreise sowie geopolitische Unsicherheiten als große Herausforderungen gesehen werden.

 

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