So korrigieren Sie die automatische Arbeitnehmerveranlagung

27.Juni 2018

Seit Juli 2017 prüft das Finanzamt von sich aus, ob Arbeitnehmer zu viel an Lohnsteuer eingezahlt haben. Aber Steuerzahler müssen nicht immer mit dem Ergebnis einverstanden sein. Die Steuerberatung Artus informiert, wie gegen die automatische Arbeitnehmerveranlagung Einspruch erhoben werden kann. 

Wer mit der automatischen Arbeitnehmerveranlagung nicht einverstanden ist, kann diese mit Hilfe einer selbstdurchgeführten Arbeitnehmerveranlagung berichtigen.

Automatismen beim Fiskus

Seit nahezu einem Jahr erfolgt die antragslose Arbeitnehmerveranlagung durch die Finanz, wenn:

  • bis Ende Juni keine Arbeitnehmerveranlagung (weder in Papierform noch via FinanzOnline) für das Vorjahr eingereicht wurde,
  • aus der Aktenlage anzunehmen ist, dass im Vorjahr nur lohnsteuerpflichtige Einkünfte bezogen worden sind,
  • die Veranlagung zu einer Steuergutschrift führt und
  • aufgrund der Aktenlage nicht anzunehmen ist, dass auch noch Werbungskosten, von der automatischen Datenübermittlung nicht erfasste Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen oder antragsgebundene Freibeträge (Kinderfreibetrag) oder Absetzbeträge (z.B. Unterhaltsabsetzbetrag, Alleinverdiener-/Alleinerzieherabsetzbetrag) geltend gemacht werden.

Arbeitnehmerveranlagung 2017

Bei der antragslosen Arbeitnehmerveranlagung für das Jahr 2017 werden folgende Sonderausgaben automatisch berücksichtigt.

  • Beiträge an Kirchen und Religionsgesellschaften
  • Spenden an begünstigte Spendenempfänger und Feuerwehren
  • Beiträge für eine freiwillige Weiterversicherung einschließlich des Nachkaufs von Versicherungszeiten in der gesetzlichen Pensionsversicherung.

Die genannten Sonderausgaben müssen nicht wie bisher durch Eintragung in der Steuererklärung geltend gemacht werden.

Korrektur der antragslosen Arbeitnehmerveranlagung

Sollte eine antragslose Arbeitnehmerveranlagung erfolgt sein, können Werbungskosten, außergewöhnliche Belastungen etc. auch nachträglich über eine Steuererklärung berücksichtigt werden. Das Recht, derartige Abzugsposten geltend zu machen, bleibt daher auch nach einer antragslosen Arbeitnehmerveranlagung unverändert bestehen. Außerdem: Anträge auf berichtigte Arbeitnehmerveranlagungen können bis zu fünf Jahre nach der Veranlagung gestellt werden.

Empfängerorganisation muss zuerst aktiv werden

Im Fall einer nicht korrekten Übertragung der automatisch ermittelten Sonderausgaben muss zuerst die empfangende Organisation (z.B. Feuerwehren) den Fehler beheben. Erst wenn die Fehlerkorrektur durch diesen Verein oder Organisation nicht gelingt (weil sie sich wegdruckt, keine administrativen Tätigkeiten ausübt etc.), ist es sinnvoll, die Beträge im Rahmen der Veranlagung geltend zu machen.

 

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