So will der Klimafonds mit Vorurteilen gegenüber E-Mobilität aufräumen

21.Juni 2018

Der Klima- und Energiefonds startet ein Förderprogramm für Projekte, die Wissenslücken und Vorurteile beim Thema E-Mobilität beseitigen. Im Budget warten 500.000 Euro.

Das Thema E-Mobilität findet aus Sicht des Klima- und Energiefonds noch nicht schnell genug Zugang zu den Nutzerinnen und Nutzern. Das Programm „Elektromobilität in der Praxis“ zielt darauf ab, mittels Bewusstseinsbildung und weiterer unterstützender Maßnahmen die Marktdurchdringung von E-Fahrzeugen unter Verwendung von Strom aus erneuerbaren Energien zu beschleunigen. Die Einreichfrist endet am 30.10.2018.

Programmziele

  • Aufbau von Erfahrungen und Know-how bezüglich des Einsatzes von Elektromobilität mit erneuerbaren Energien sowie die Entwicklung von Lösungsansätzen zur Überwindung von Markteinführungshürden.
  • Unterstützung der geplanten Investitionsförderprogramme zur beschleunigten Marktdurchdringung.
  • Die Demonstration der Machbarkeit einer kombinierten Mobilität unter Nutzung individueller und kollektiver Transportmittel.
  • Die Initiierung neuer Formen der Mobilität (z. B. die Einbindung von E-Fahrzeugen in den öffentlichen Verkehr (ÖV).
  • Die Schaffung von Informationsinstrumenten für Kinder und Jugendliche zur Förderung der Akzeptanz von E-Mobilität über unterschiedlichste Medien und überregional.
  • Die Nutzung der Dienstleistung „Mobilität“ von einem Anbieter anstelle des Besitzes des Fahrzeugs für individuelle Mobilität.
  • Das Setzen eines deutlich sichtbaren Impulses für die Einführung von E-Mobilität und durch Erfahrungsberichte und Best-Practice-Ansätze eine Grundlage für eine spätere Projekt-Multiplikation in ganz Österreich zu setze.

Maßnahmen zur Beschleunigung der Marktdurchdringung:

  • weiterer Ausbau des E-Car-Sharing (z.B. auch in Verbindung mit Mobilitätszentralen). Vor allem im städtischen Raum, aber auch immer mehr im ländlichen Bereich wird das Nutzen statt Besitzen von Fahrzeugen immer attraktiver.
  • Die Reduzierung der Anzahl der Fahrzeuge und der daraus resultierenden Minderungen der Fahrleistung für individuelle Mobilität und die mögliche Kombination mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind hier besonders zu erwähnen.
  • Testaktionen mit Elektrofahrzeugen, B. auch in Verbindung mit Mobilitätszentralen
  • Projekte zur Erschließung neuer Zielgruppen
  • Projekte zur Attraktivierung von touristischen Angeboten
  • Projekte für PendlerInnen und Logistikunternehmen
  • Identifizieren und Beseitigen von Barrieren der Marktdurchdringung
  • Maßnahmen zur weiteren Erhöhung der NutzerInnenfreundlichkeit und Interoperabilität der Ladeinfrastruktur
  • Ladestellenlösungen für den städtischen Raum, insbesondere in Wohnsiedlungen – „wo laden FahrzeugbesitzerInnen ohne zugewiesenen Parkraum?“
  • Die Ausschreibung gilt auch für weitere Maßnahmen zur Beschleunigung der Marktdurchdringung.

Im Projektantrag ist eine klare Darstellung des Nutzens (entsprechend der beantragten Kosten) durch das Projekt für den Klima- und Energiefonds darzustellen. Die Verbreitung der Ergebnisse des Projekts ist deutlich und nachvollziehbar darzustellen.

Auch kleinere überregionale Projekte gesucht

Der Klima- und Energiefonds strebt für das Jahr 2018 die Beauftragung zahlreicher Projekte an. Deshalb sollen AntragstellerInnen auch kleinere  Projekte einreichen. Aus diesem Grund wird der Budgettopf geteilt. 150.000 Euro stehen ausschließlich für „kleine“ Projekte mit einer Kostengröße von bis zu max. 30.000 Euro inkl. USt. zur Verfügung. Das verbleibende Budget soll für „große“ Projekte mit einer maximalen Kostengröße von bis zu 75.000 Euro inkl. USt. verwendet werden. Eine Umschichtung zwischen den beiden Töpfen ist grundsätzlich möglich. Die jeweiligen Projekte werden mittels Direktvergaben im Rahmen des Bundesvergabegesetzes beauftragt.

Umsetzung

Das Programm im Umfang von 500.000 Euro soll unter anderem Initiativen unterstützen, die Konsumenten über Kostenvorteile, Fahrzeugreichweiten und Ladeinfrastruktur aufklären. Die Umsetzung der Beauftragung muss innerhalb eines Jahres erfolgen. E-Autos sind auf Österreichs Straßen noch eine Rarität: Nur rund 16.700 Fahrzeuge oder 0,3 Prozent der zugelassenen Pkw werden derzeit laut KliEn mit Strom betrieben.

 

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