Österreich: Warum am Spielzeug-Markt die Branchenspezialisten verlieren

12.Juni 2018

Im stationären Handel mit Spielwaren ist die Konsumlaune der Österreicherinnen und Österreicher 2017 ausgeblieben. Mit einem Umsatzrückgang von -1,5% nominell hat sich diese Branche in einem starken Handelsumfeld am schwächsten entwickelt.

Von 176 filialisierten und organisierten Unternehmen im österreichischen Spielwarenhandel erwirtschaftete die Hälfte nicht mehr als € 500.000 Jahresumsatz, heißt es in einer Analyse von RegioData. Auch die Verkaufsflächendichte bleibt rückläufig. 66% der Händler nutzen maximal 250 m² Verkaufsfläche.

Elektrospielzeug am gefragtesten

Österreichs stationärer Einzelhandel erzielte 2017 mit +2% sein höchstes nominelles Umsatzplus seit sieben Jahren. Im Schnitt gibt ein Österreicher € 65,40 pro Jahr für Spielwaren aus, was schwachen 0,4% aller Konsumausgaben entspricht. Die Präferenz der Spielzeugart ist klar: 41% werden allein für Elektrospielzeug, Videospiele und Spielcomputer ausgegeben. Das traditionelle Holzspielzeug hat an Faszination verloren.

Spezialgeschäfte immer weniger gefragt

Konsumenten tendieren dazu, Spielzeug in anderen Geschäftstypen einzukaufen. So sind etwa Spielwarenabteilungen der Spar-Gruppe oder Handelskette Müller, die überwiegend andere Sortimente anbieten, sehr gefragt. Auch andere, branchenfremde Einzelhändler machen immer wieder Verkaufsflächen für Spielwaren frei. Amazon ist in den vergangenen Jahren sowieso zu einem wichtigen Player am hart umkämpften Spielwarenmarkt geworden. Die starke Online-Konkurrenz war letztendlich auch verantwortlich für das Aus der angekratzten Spielzeugkette Toys ‘R‘ Us in Amerika. Die Insolvenz des Spielzeugriesen löst einen Dominoeffekt aus und setzt die bereits schwächelnden Spielzeughersteller Lego, Playmobil, Hasbro und Mattel zusätzlich stark unter Druck. Die europäischen Ableger des Unternehmens – und somit auch die 15 österreichischen Toys ‘R‘ Us Filialen – sind von der Insolvenz vorläufig nicht betroffen.

 

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