Vergütungsreport: So viel verdient Österreich

30.Mai 2018

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Gehälter in Österreich in diesem Jahr um 3,5 bis zu 4,1 Prozent gestiegen. Besonders Berufseinsteiger und Senior Manager verzeichnen den größten Lohnzuwachs. Bei Firmenwagen für Bosse klettern die Kostengrenzen auf 60.000 Euro, heißt es im Vergütungsreport der Personalberatung Kienbaum. 

Wie schon im vergangenen Jahr wird das Wirtschaftswachstum wieder als positiv betrachtet: 56 Prozent der Unternehmen rechnen in diesem Jahr mit steigender oder sogar stark steigender Profitabilität; Rund ein Drittel der Teilnehmer erwarten stabile Zahlen. Diese Angaben entstammen der aktuellen Studie der Personal- und Managementberatung Kienbaum in Wien, die die Gehaltsdaten von rund 3.500 Führungskräften und mehr als 3.100 Spezialisten aus über 400 Firmen in Österreich analysiert hat.

Young IT-Professionals fordern höhere Einstiegsgehälter

Auch jüngere Arbeitnehmer stellen derzeit Forderungen an die Arbeitgeber. Grundgehaltserhöhungen von 4,5 Prozent unter den Personen mit bis zu drei Jahren Berufserfahrung sind das Resultat dieser Entwicklung. Besonders hohe Einstiegsgehälter erhalten laut der Kienbaum-Studie die Absolventen der Fächer Technik/Informatik mit 45.200 Euro pro Jahr. Die geringsten Einstiegsgehälter erhielten Absolventen der geisteswissenschaftlichen Fächer mit durchschnittlich 39.200 Euro pro Jahr.

Variable Vergütung sinkt leicht

Der Bonus ist weiterhin eine wichtige Komponente des Vergütungspakets, dennoch ist der Anteil im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken. Dies begründet sich maßgeblich durch die hohen Grundvergütungserhöhungen, während die variablen Vergütungskomponenten oft nicht erhöht wurden. Wie schon in den Vorjahren, liegt der Anteil derjenigen Top-Manager, die einen leistungsbezogenen Anteil ihrer Vergütung erhalten, auch dieses Jahr wieder bei 93 Prozent. In dieser Geschäftsführerebene erhalten die Führungskräfte rund ein Viertel ihrer Bezüge als variable Leistung. Im Folgenden erhalten 87 Prozent der Manager in der ersten Ebene unterhalb der Geschäftsführung einen Anteil von 18 Prozent ihres Gehalts als variablen Anteil. Im mittleren Management sind es 82 Prozent, die einen variablen Anteil in Höhe von 14 Prozent erhalten, und auf der untersten Führungsebene erhalten 73 Prozent der Teamleiter durchschnittlich 10 Prozent des Gehalts in Abhängigkeit ihrer Leistung.

Persönliche Leistungsbeurteilung fließt in Vergütung ein

Die individuelle Leistungsbeurteilung hat im Vergleich zum Vorjahr an Bedeutung gewonnen: Waren im letzten Jahr lediglich 13 Prozent des variablen Gehalts der persönlichen Leistung geschuldet, sind es in diesem Jahr 19 Prozent. Die tatsächliche Leistung einer Führungskraft nimmt mittlerweile einen wesentlich höheren Stellenwert am Anteil der variablen Vergütung ein: Nach wie vor hat der Gewinn eines Unternehmens mit 42 Prozent zwar den größten Einfluss auf die Höhe der Boni, doch wir sehen die Entwicklung hin zu einer Belohnung von Führungsqualitäten“, stellt Kienbaum fest. Weitere Faktoren für die Höhe des variablen Anteils sind die Umsatzgröße mit 17 Prozent und die qualitativen Bezugsgrößen mit 19 Prozent.

Firmenwagen: beliebtestes Benefit

Österreichs Zusatzleistung Nummer eins ist nach wie vor der Firmenwagen, obwohl die Studie Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr registriert. Die Budgets sind deutlich gestiegen: durfte ein Auto im vergangenen Jahr noch 54.000 Euro kosten, sind es dieses Jahr 60.000 Euro für die obersten Führungsebenen“, sagt Alfred Berger. Bei den anderen Führungskräften liegt das Anschaffungsbudget zwischen 30.000 und 45.000 Euro. Im Bereich Spezialisten und unteres Management ist ein Rückgang der Budgets für Firmenwagen erkennbar.

Firmenfahrräder und Mucki-Buden als Zusatzleistungen

Neben dem vom Arbeitgeber finanzierten Wagen erfreuen sich mittlerweile auch andere Zusatzleistungen großer Beliebtheit. Das Firmenhandy als klassisches Benefit bekommt Konkurrenz von Firmenfahrrädern, Fitnesskursen oder auch Essenszuschüssen und Kinderbetreuung. Arbeitgeber lassen sich immer mehr einfallen, um Top-Leister zu binden.

 

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