Datensicherheit: Warum der Facebook-Skandal ohne Konsequenzen bleibt

29.Mai 2018

Nutzerprofile von Facebook sind massenweise für die Lenkung des US-Wahlkampfes missbraucht worden.  Doch die Konsequenzen von Nutzerseite in punkto Datensicherheit sind derzeit kaum spürbar. Der Austrian Internet Monitor hat die Details.

91% der 500 Teilnehmer der Online-Umfrage haben etwas über den Facebook-Skandal gehört oder gelesen. Trotz dieser hohen Aufmerksamkeit für die Medienberichterstattung zur Datenweitergabe durch Facebook zeigen sich kaum Konsequenzen. Nach Einschätzung der Befragten wird Facebook seltener genutzt als vor zwei Monaten. Dies zeigt sich speziell bei den Jungen und in der Trend-Zielgruppe der Digitalen Individualisten, der technologie-affinen und vernetzten Lifestyle-Avantgarde.

Keine Löschungen

Diese geringere Nutzungshäufigkeit ist jedoch kaum durch Stillegung oder Löschung von Accounts gezeichnet, denn den Schritt, den Account zu löschen, setzt nur eine verschwindend kleine Minderheit von 2%.

Datensicherheit ist Facebook-Nutzern nicht egal

Immerhin ein Drittel der Facebook-Nutzer beschäftigt sich mit dem Thema Datensicherheit; entweder ändert man seine Privatsphäre-Einstellungen, überlegt genauer, was man postet oder denkt darüber nach, seinen Account zu löschen. Zu radikalen Veränderungen ist man jedoch nach diesem einen Skandal nicht bereit. Mehr als die Hälfte der Facebook-Nutzer hat das Nutzungsverhalten gar nicht geändert. Das liegt vermutlich einerseits an einer stärkeren Reflexion der geposteten Inhalte und andererseits an einer zugrunde liegenden Unbekümmertheit.  

Innerer Schweinehund siegt

„Aus einer gewissen Bequemlichkeit und auch sozialem Druck – junge Menschen wollen auf die Präsenz in Sozialen Medien nicht verzichten – ziehen User derzeit nicht die letzte Konsequenz. Sie liefern also einen Vertrauensvorschuss an Facebook, dass sich ein derartiger Vorfall nicht wiederholen wird“, so der AIM.

Immer mehr persönliche Daten im Internet

Die Bereitschaft, persönliche Daten im Internet anzugeben, steigt gegenüber 2016 deutlich an. Auch die Übermittlung von eigenen Fotos wird deutlich eifriger betrieben als noch vor zwei Jahren. 60% transferieren Bilder von sich selbst über Soziale Medien. Am bereitwilligsten würde man Bilder von Landschaften bzw. Bauwerken veröffentlichen. Am zurückhaltendsten ist man weiterhin bei Fotos von Kindern. Die Trendzielgruppe der Digitalen Individualisten hat beim Posten von Fotos klar die Nase vorne – was auf eine künftig noch höhere Aktivität beim Veröffentlichen von Bildern schließen lässt.

 

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