Klimastrategie: So soll das Aus für Ölheizungen gestaltet werden

17.Mai 2018

Ölheizungen haben als Wärme- und Heizquelle ausgedient. Bis 2030 soll sich die Zahl der 700.000 Ölheizungen in Österreich halbieren, heißt es in der Klima- und Energiestrategie der Regierung. Ab 2020 sollen in Neubauten keine mehr eingebaut werden dürfen, spätestens ab 2025 soll im Bestand der Ausstieg erfolgen, beginnend mit Kesseln, die über 25 Jahre alt sind.

„In den nächsten 20 bis 30 Jahren sollen Ölheizungen gänzlich aus dem Wärmemarkt verdrängt werden“, wird in dem Entwurf zur Klima- und Energiestrategie der Regierung erklärt. Bis 2030 könnten bei Umstellung der Ölheizungen auf Heizungssysteme auf Basis erneuerbare Energie gut 2 Mio. t CO2 gegenüber dem heutigen Stand eingespart werden, weitere 1,5 Mio. t bis circa 2045. Dagegen werde sich der Ausstieg aus der Verwendung von Erdgas im Heizungsmarkt über längere Zeit hinziehen, da vor allem in Ballungsräumen teils nur eingeschränkte Systemalternativen vorhanden seien, heißt es in dem Papier.

Ölheizungsverbot ist Ländersache

Das geplante Verbot des Einbaus neuer Ölheizungen ab dem Jahr 2020 wäre ohnedies Ländersache und könnte daher – via Baurecht – nur durch entsprechende Beschlüsse der Landtage erfolgen. Dazu sei man mit den Ländern im Gespräch, hieß es bei der Präsentation der Klimastrategie Anfang April. Schon der frühere Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) hatte 2016 mehrfach für ein Verbot von Ölheizungen in Neubauten bzw. bei Umrüstungen plädiert. Lediglich der niederösterreichische Landtag beschloss – im Mai 2017 – ein Verbot für den Einbau von Ölheizungen in Neubauten ab dem Jahr 2019.

Status ohnedies rückläufig

Laut Österreichischer Energieagentur gibt es in Österreich ohnedies nur noch 600.000 Ölheizungen, um ein Drittel weniger als ein Jahrzehnt davor (900.000). Dazu verwies die Energieagentur kürzlich auf die Hauptwohnsitz-Daten von 2015/16. Vor allem in den westlichen Bundesländern, in denen Ölheizungen häufig waren, gab es gegenüber 2005/06 und erst recht im Vergleich zu 2003/04 einen deutlichen Rückgang. Wurde 2003 noch in jedem zweiten Haushalt in Tirol und Vorarlberg eine Ölheizung verwendet, sank dieser Anteil auf rund ein Viertel (Vorarlberg) bzw. ein knappes Drittel (Tirol). Geringer ist der Unterschied im Süden und Osten des Landes, wobei in der Bundeshauptstadt Wien der Anteil an Ölheizungen in Hauptwohnsitzen mit drei Prozent kaum mehr eine Rolle spielt – Mitte des vergangenen Jahrzehnts waren es in Wien noch 6,6 Prozent, 2003/04 sogar 9,9 Prozent. Zuletzt den höchsten Ölheizungsanteil gab es 2015/16 mit 34,5 Prozent in Tirol, gefolgt von 30,7 Prozent in Kärnten.

Ölbranche finanziert spezielle Förderungen

Finanziell versüßt werden Ölheizungen bisher durch die von der Mineralölindustrie mitgetragene Initiative „Heizen mit Öl“ (HMÖ), über die von 2012 bis 2016 über 61 Mio. Euro Förderung ausgegeben wurden. 2017 erreichte die Zahl der Anträge auf Einbau einer neuen Ölheizung in Österreich mit 5.763 den höchsten Wert seit dem Jahr 2011. Finanziert werden die HMÖ-Aktivitäten durch Beiträge der Mitgliedsunternehmen von 11 Euro pro 1.000 Liter verkauftem Heizöl. 2016 kamen so (bei damals noch 10 Euro je 1.000 l) in Summe 14,8 Mio. Euro herein. Finanziert werden damit auch Werbemaßnahmen in TV und Printmedien sowie Messeauftritte. Mit den bisher über 50.000 Öl-Kesseltäuschen seien 4.090 GWh Energie eingespart worden, der Jahresenergieverbrauch von 236.000 Haushalten, argumentiert das Institut für Wärme- und Oeltechnik (IWO). Neben dem IWO sind auch der Fachverband der Mineralölindustrie (FVMI) und der Fachverband des Energiehandels HMÖ-Eigentümer.

Bedeutender Bedarfsfaktor

Heizung, Warmwasser und Kühlung in Gebäuden machen rund 27 Prozent des gesamten österreichischen Endenergiebedarfs aus, heißt es im Papier zur Klima- und Energiestrategie. Heizung und Warmwasserbereitung in Gebäuden würden derzeit rund 16 Prozent der heimischen Treibhausgasemissionen (in den Sektoren außerhalb des Emissionshandels) umfassen. (APA)